«Quaibrücke stellt kein Risiko dar»

19Tote forderte die deutsche Loveparade am Samstag in Duisburg. Nun lässt der Stadtzürcher Polizeivorstand Daniel Leupi das Sicherheitskonzept der Street Parade noch einmal überprüfen.

Drucken
«Quaibrücke stellt kein Risiko dar»

«Quaibrücke stellt kein Risiko dar»

Martin Reichlin und Silvan Kämpfen

Kann sich die Tragödie von Duisburg an der Zürcher Street Parade vom 14.August wiederholen? Diese Frage beschäftigt seit Samstag viele. Nein, sind die Organisatoren der Street Parade und die Verantwortlichen der Stadt Zürich überzeugt. Denn das Gelände, auf dem dieses Jahr bereits zum 19.Mal die «kleine» Schwester der Loveparade stattfindet, ist nicht mit dem Terrain rund um den alten Güterbahnhof von Duisburg zu vergleichen, das für 19Raverinnen und Raver zur tödlichen Falle wurde und über 500 Verletzte zur Folge hatte.

Dennoch wurde gestern bekannt, der Zürcher Polizeivorstand Daniel Leupi lasse das Sicherheitskonzept der Street Parade noch einmal überprüfen. Dazu Mediensprecher Robert Soós: «Was am Samstag in Duisburg geschehen ist, kann uns nicht kalt lassen. Wer die Bilder von der Loveparade gesehen hat, muss sich fragen, ob wirklich alle Vorkehrungen getroffen wurden, um ein solches Unglück in Zürich auszuschliessen.» Deshalb werde das Street-Parade-Konzept nochmals geprüft.

Grundsätzlich seien sowohl die Verantwortlichen der Stadtpolizei als auch Stadtrat Leupi der Meinung, dass die Street Parade sehr gut vorbereitet ist. Denn, so Soós: «Die Stadt und die Veranstalter haben viel Erfahrung mit der Durchführung dieses Anlasses. Zürich werde mit den zuständigen Stellen in Duisburg Kontakt aufnehmen, um allenfalls Erkenntnisse für die Street Parade zu gewinnen. «Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung dürfen darauf vertrauen, dass sich die Verantwortlichen der Stadt auch nach 18 erfolgreich durchgeführten Veranstaltungen Gedanken über mögliche Verbesserungen machen», so Soós.

Joel Meier, Präsident des Vereins Street Parade, antwortet auf die Frage, ob ein ähnliches Drama wie in Duisburg in Zürich möglich sei: «Nein. Wir können uns das schlicht nicht vorstellen. Die Situation ist eine völlig andere wie an der Loveparade.» Das Gelände in Zürich sei vier- bis sechsmal grösser. In Zürich gebe es rund 30Eingänge und Ausgänge und alle 100Meter Querstrassen als Pufferzonen. Hinzu kämen Grünanlagen.

Der Engpass Quaibrücke ist seit längerem gelöst. Meier: «Seit wir unsere Bühnen weiter Richtung linkes Seeufer verlagert haben, ist die Quaibrücke fast zur Ruhezone geworden. Heute gelingt es uns, mit zusätzlichen Bühnen die Masse von der Quaibrücke wegzubewegen. Sie stellt also kein Hochrisiko mehr dar. Wir sind bereit für 1,5Millionen Menschen.»

Würde es eng werden auf der Umzugsroute, können die Besucher über Screens sowie Bühnen- und Lovemobile-Durchsagen informiert werden. «Unser Sicherheitschef hat bereits an der Euro08 mitgewirkt und ist europaweit angesehen», so Meier weiter.

Für die Abendveranstaltungen ist übrigens nicht der Verein Street Parade zuständig, sondern private Veranstalter.