Spital Affoltern

Persönliche, individuelle Betreuung – auch bei sieben Geburten an einem Tag

Dr. med. Danielle Schreiber, Chefärztin der Frauenklinik am Spital Affoltern. (Bild Werner Schneiter)

Persönliche, individuelle Betreuung – auch bei sieben Geburten an einem Tag

Dr. med. Danielle Schreiber, Chefärztin der Frauenklinik am Spital Affoltern. (Bild Werner Schneiter)

In der Frauenklinik am Spital Affoltern geniesst die werdende Mutter individuelle Betreuung, die über die Geburt hinausreicht. Auch in ausserordentlichen Situationen, wenn etwa an einem Tag gleich sieben Kinder das Licht der Welt erblicken.

Von Werner Schneiter

Sie heissen Melvin, Noemi, Samuel, Lorenzo, Andrej, Amy und Lorent. Sie sind allesamt binnen eines Tages zur Welt gekommen - ein «Rekord» am Spital Affoltern. «Und sie sind dafür verantwortlich, dass statt einer Hebamme phasenweise fünf gleichzeitig in den Gebärzimmern hin- und her-düsten. Die Arbeitsschichten wurden statt morgens um 7 Uhr bereits um 4.30 Uhr gestartet, es wurde umorganisiert, umdisponiert, umgestellt, hin- und hergeschoben, geputzt und eben - geboren», hält das Team der Frauenklinik fest. Alle sieben Babys und ihre Mütter sind wohlauf.
Sieben auf einmal. «Nicht der Vollmond spielt da mit. Einfluss hat der Wetterwechsel», sagt Dr. med. Danielle Schreiber, Chefärztin der Frauenklinik am Spital Affoltern.
Normalerweise sind es täglich eine, zwei oder drei Geburten, jährlich zwischen 300 und 400. Eine Zahl, die seit Jahren stabil ist und auch trotz Konkurrenz von Kliniken im Kanton Zug nicht zurückgegangen ist. Die Gründe für diesen Erfolg liegen weniger in der zur Verfügung stehenden Infrastruktur als in der Art der Behandlung der Schwangeren. «Die Frauen geniessen bei uns viel Umsorgung und individuelle Betreuung», hält die Chefärztin fest. Die werdenden Mütter werden zu einem Vorgeburtsgespräch eingeladen, sie werden intensiv begleitet und betreut; ihre Sorgen und Ängste werden ernst genommen, wodurch sich Schmerzen auch besser ertragen lassen. «Vor allem unsere Wochenbettabteilung wird gelobt», so die Chefärztin. Bei Bedarf geht die Betreuung auch nach der Geburt weiter.
An der Frauenklinik des Spitals arbeiten je zwei Fachärztinnen und Fachärzte, die kongruent sind, sich gut ergänzen, medizinisch eine einheitliche Linie fahren und gut mit den zehn Hebammen zusammenarbeiten. Die Belegärzte verfügen über langjährige Erfahrung, wohnen in der Nähe und sind bei Bedarf schnell vor Ort. Gute Voraussetzungen also für den Fortbestand der Frauenklinik am Spital Affoltern, deren Unterdeckung zu 100 Prozent von den Ämtler Gemeinden finanziert wird. Werbung in eigener Sache ist natürlich gleichwohl nötig. An einem Informationsabend wird den Frauen die Philosophie der Frauenklinik näher gebracht; das Personal stellt sich bei dieser Gelegenheit vor.
Im «Storchenkafi» gibt es einmal pro Monat einen Vortrag; es kommen diverse Themen zur Sprache, Fragen werden beantwortet. Beim «Stillabend» dreht sich das Thema «rund um die Brust». Seit 1997 ist die Wochenbettabteilung von der Unicef als «Stillfreundliches Spital» ausgezeichnet. Gebärende werden in ihrem Wunsch, ihr Kind stillen zu können, von kompetenten Pflegefachfrauen und Stillberaterinnen unterstützt.
«Neu haben wir auch ein Akupunktur-Angebot. Das ist eine Bereicherung. All unsere Hebammen haben zu diesem Thema einen Kurs absolviert», so Danielle Schreiber.


Mehr natürliche Geburten
Gesamtschweizerisch werden rund 30 Prozent der Frauen per Kaiserschnitt entbunden. Am Spital Affoltern sind es 19 bis 24 Prozent. «Grundsätzlich akzeptieren wir den Wunsch der Frau. Die meisten wollen aber natürlich gebären. Wir unterstützen das - genauso aber auch, wenn die Frau auf einer Entbindung per Kaiserschnitt besteht. Die Hebammen spüren gut, was für die Frau gut ist», sagt die Chefärztin.

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