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Ohne Hektik, aber schnell

In einem Kraftakt reissen die Zürcher Verkehrsbetriebe die Gleise am Stadelhoferplatz heraus

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Limmattaler Zeitung

Von Sarah Jäggi

Obwohl die Zeit knapp ist, geht es ruhig zu und her auf der Riesenbaustelle. Keine Hektik, kein Gefluche, keine Hast. Jedenfalls nicht bei den 300 Leuten, die auf dem Stadelhoferplatz und an der Theaterstrasse in Zürich am Arbeiten sind. Hin und wieder schimpft ein Passant, der den Weg zur Tramhaltestelle nicht findet, eine Frau begründet ihre Abkürzung, die sie zwischen Baggerschaufel und Presslufthammer sucht, mit einem «Ich muss zum Flughafen!».

Seit April laufen die Bauarbeiten am Stadelhoferplatz, zeitgleich mit den Sommerferien hat nun die intensivste Bauphase begonnen. Bis zum 16. August werden auf zwei Kilometern die 30 Jahre alten Tramgleise ersetzt und 18 neue Weichen verlegt. Künftig werden Tram und Forchbahn auf separaten Gleisen geführt. Verbesserungen erhoffen sich die VBZ auch durch die zusätzliche Wendeschlaufe, dankt der die Trams künftig flexibler werden.

Auch für Projekt- und Bauleiter Heribert Burkart, ist es nicht alltäglich, dass 300 Leute, 30 Bagger und 85 Lastwagen im Einsatz stehen und innerhalb von fünf Wochen 25 Millionen Franken verbauen. «Klar ist eine solche Baustelle auch für mich ein Highlight», sagt er vor Ort und wirkt trotzdem gelassen - dank generalstabsmässiger Planung: Auf einer Tabelle ist Stunde für Stunde und vielfarbig alles bis ins kleinste Detail lange im Voraus geplant worden.

Auf der Strecke zwischen Bellevue und Opernhaus beobachten Passanten - Väter mit Kindern und Ohrstöpseln, Senioren, Damen und andere Schaulustige - den Arbeitsablauf. Während man am Bellevue bereits daran ist, mit einer satellitengesteuerten Planierraupe die Fahrspur zu ebnen, stehen die Zeichen beim Opernhaus noch auf Abbruch. Als Erstes wir der Belag «abgeschält», wie es fachmännisch heisst. Dann reisst der eindrucksvolle 90-Tonnen-Hobelbagger die Gleise aus dem Boden. Es quietscht und grollt und kracht. Später werden Stahl und Beton getrennt und auf die Lastwagen verladen, die bis weit ins Seefeld hinein auf ihren Einsatz warten.

Warten gehört auch zur Arbeit auf dieser Baustelle, auf der es dann schnell vorwärts geht, wenn jeder konzentriert das tut, was er zu tun hat.