Auf Hart Island haben fast eine Million frühere Bewohner der US-Ostküstenmetropole ihre letzte Ruhestätte gefunden. Seit dem 19. Jahrhundert werden dort totgeborene Babys, Obdachlose, Arme und von Angehörigen nicht abgeholte Leichen in Massengräbern beerdigt.

Grabsteine gibt es nicht auf Hart Island, die Särge werden in den von Häftlingen ausgehobenen Erdlöchern übereinander gestapelt. Jedes Jahr verschwinden 1500 weitere Leichen in der Anonymität des Armenfriedhofs.

Bislang waren Besuche nur mit Sondergenehmigung möglich. In der im vergangenen Jahr eingereichten Klage argumentierte die American Civil Liberties Union (ACLU), dass der restriktive Zutritt die Rechte von Hinterbliebenen verletze, die das Grab eines verstorbenen Verwandten besuchen wollen.

Am Mittwoch wurde eine Einigung zwischen den Behörden und der ACLU verkündet. Demnach muss die Stadt New York eine Fähre bereitstellen, um Besucher zu der Friedhofsinsel zu bringen. Ausserdem dürfen Hinterbliebene Erinnerungsstücke wie Blumen, Karten oder Stofftiere an den Gräbern ablegen. Gültig sind die neuen Regeln ab dem 19. Juli.