Mentoren
Mit Freiwilligkeit zum Erfolg

Das Mentoring-Programm gilt unter den Lehrstellenoffensiven in den beiden Basler Halbkantonen als Pionierprojekt. Im Jahre 2000 unter dem Namen «Lehrplatz für Migrantinnen» gestartet, hat sich die Idee zu einem breiten Angebot für Jugendliche entwickelt. An den Jubiläumsfeierlichkeiten würdigte Regierungspräsident Urs Wüthrich die Arbeit der Mentoren.

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Junge Frau sucht eine Arbeitsstelle

Junge Frau sucht eine Arbeitsstelle

Keystone

Tobias Gfeller

«Jugendliche ohne Chancen sind gesellschaftspolitischer Sprengstoff», warnte Urs Wüthrich an den Jubiläumsfeierlichkeiten im Schloss Ebenrain in Sissach.
Das Mentoring beider Basel und im Speziellen die Mentorinnen und Mentoren würden eine wichtige Präventionsarbeit gegen Perspektivlosigkeit leisten. «Dabei geht es natürlich um mehr als nur um die Vermeidung von Sozialkosten», fuhr Wüthrich fort.

Das Mentoring-Programm gilt unter den Lehrstellenoffensiven in den beiden Basler Halbkantonen als Pionierprojekt. Im Jahre 2000 unter dem Namen «Lehrplatz für Migrantinnen» gestartet, hat sich die Idee zu einem breiten Angebot für Jugendliche entwickelt.
Das Programm bietet mittlerweile allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, egal welchen Geschlechts und welcher Herkunft, bei Problemen beim Übergang von der Schule in die Berufswelt Unterstützung an. Dabei liegt die Stärke von Mentoring in der Freiwilligkeit der Arbeit der in den letzten zehn Jahren weit über 150 Mentorinnen und Mentoren. Diese unterstützen die Jugendlichen auf dem Weg zu einem Lehrabschluss.

Freiwilligkeit Voraussetzung

Mit dem dreiköpfigen Leitungsteam um Steffi Wirth, Andreas Ladner und Beatrice Isler schafft es das Mentoring, aus verhältnismässig geringem finanziellem Aufwand ein beachtliches Ergebnis zu erzielen. «Eine unvergleichliche Effizienz», wie es Hanspeter Hauenstein nennt. Er leitet das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung im Landkanton.
Daneben sieht er noch weitere Stärken des Mentoring: «Da Freiwilligkeit sowohl von der Seite der Jugendlichen wie auch von den Mentorinnen vorausgesetzt wird, besteht eine grössere Chance auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit als bei Zwang.» Zudem verstehen es die Mentorinnen, sich in die Lage ihrer Schützlinge hineinzuversetzen. «Dies senkt die Hemmschwelle, die zu Beginn sicherlich vorhanden ist.»

Mentoring immer wichtiger

Eine wichtige Voraussetzung, um als Mentorin oder Mentor erfolgreich zu sein, ist ein breit verknüpftes Beziehungsnetz. Dies sollte nach Meinung von Hauenstein im persönlichen, politischen und allen voran im wirtschaftlichen Bereich vorhanden sein. Dass auch nach der Öffnung des Programms auf einheimische Jugendliche mehr Migranten von Ausbildungsproblemen betroffen sind, ist klar.

Auf Jugendliche zugehen

Denn während etwa 95 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer eine Grundausbildung abschliessen, liegt die Zahl bei Migranten tiefer. «Bei uns gehört ein Lehrabschluss dazu. In anderen kulturellen Breiten ist dies oft anders, weswegen wir von Amtes wegen auf diese Jugendlichen zugehen müssen», erklärt Hanspeter Hauenstein.
Das schon im frühen Altersstadium einsetzende Mentoring hat in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen. Schon in der Schulzeit sollen ausgebildete Lehrkräfte auf Problemfälle aufmerksam werden. Das Mentoring ist in der Familie der Berufswegbereitung ein kleines, aber sehr erfolgreiches Kind.

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