Leinenpflicht

Mit dem Hund über die Kantonsgrenze gehen kann ganz schön teuer werden

Mit dem Hund über Kantonsgrenze spazieren kann ganz schön teuer werden

Bussen bis zu 3000 Franken: Wer mit dem Hund in einen anderen Kanton Gassi geht, läuft Gefahr, gegen ein Gesetz zu verstossen.

Wer mit dem Hund in einen anderen Kanton Gassi geht, läuft Gefahr, gegen ein Gesetz zu verstossen. Die Schweiz kennt kein nationales Hundegesetz. Die Stiftung für das Tier im Recht kritisiert in der Sendung «tierisch» den Gesetzesdschungel.

Wer mit dem Hund in einen anderen Kanton Gassi geht, läuft Gefahr, gegen ein Gesetz zu verstossen. Die Schweiz kennt kein nationales Hundegesetz. Die Stiftung für das Tier im Recht kritisiert in der Sendung «tierisch» den Gesetzesdschungel.

Vor fünf Jahren scheiterte ein national geltendes Hundegesetz im Parlament. Auslöser der Forderung war die tödliche Attacke auf einen sechsjährigen Buben im zürcherischen Oberglatt im Jahr 2005. 

Mit dem Gesetz wollte man potenziell gefährliche Hunde in der ganzen Schweiz gleich behandeln. Dazu waren für möglicherweise gefährliche Vierbeiner eine Haltebewilligung, eine Bissschutz-Pflicht, Leinenzwang und ähnliches vorgesehen. Die ausgearbeitete Gesetzesvorlage wurde dann, trotz anfänglicher Zustimmung, vom Nationalrat im Dezember 2010 abgelehnt.

Für Hundehalter unzumutbare Situation

Seither herrscht in der Schweiz weiterhin ein Gesetzesdschungel, da sich die Hundegesetze in den Kantonen schon bei der Leinenpflicht stark unterscheiden. In der Sendung «tierisch» auf Tele M1 kritisiert die «Stiftung für das Tier im Recht» den Gesetzesdschungel, man bedauert den Entscheid des Nationalrats noch heute. Andreas Rüttimann: «Die Situation ist für Hundehalter in der Schweiz eigentlich nicht zumutbar.»

Bussen bis zu 3000 Franken

So müsse ein Hundehalter jedes Mal, wenn er mit seinem Hund eine Kantonsgrenze überschreite, auch das Gesetz des anderen Kanton kennen. «Das ist sehr anspruchsvoll», sagt Jurist Rüttimann. Problematisch sei es auch bei den gelisteten Hunderassen. So könne man beispielsweise im Kanton Thurgau mit einem Bullterrier problemlos spazieren gehen. «Sobald man aber die Grenze zum Kanton Zürich überquert, muss man dem Hund eine Leine und einen Maulkorb anziehen, sonst macht man sich strafbar», so Rüttimann.

Der Verstoss gegen die kantonalen Hundegesetze kann eine Busse von bis zu 3000 Franken nach sich ziehen. Für Hundehalter lohnt es sich also, sich vorher gründlich zu informieren – sei es auf der Website der «Stiftung für das Tier im Recht» oder bei den kantonalen Veterinärämter.

Tierschutz gegen strenge Leinenpflicht

Das strengste Hundegesetz – zumindest was die Leinenpflicht angeht – hat der Kanton Schwyz: Hier muss Bello auf öffentlichem Grund immer an der Leine geführt werden.

Solch strenge Gesetze sorgen für bei der Stiftung für das Tier im Recht ebenfalls für harsche Kritik: «Ein Hund braucht Auslauf und Bewegung», sagt Andreas Rüttimann. «Das bedeutet, dass nur noch Hundehalter mit eigenem Garten ihrem Hund Auslauf bieten können.» Aus Sicht des Tierschutzes sei dies sehr fragwürdig.

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