Lehrmittel für junge Forschende

Aufgabenblätter, Filme und DVDs vom Zoo Zürich lanciert für Schulklassen

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Lehrmittel für junge Forschende

Lehrmittel für junge Forschende

Limmattaler Zeitung

Was für die Jungtiere im Zoo gilt, trifft auch für die jungen Besucher zu: Sie können hier spielend lernen. Für Schulklassen hat der Zoo Zürich das neue Lehrmittel «ZOO – verweilen, entdecken, geniessen» entwickelt.

Sie raufen, sie knurren, sie tollen durch ihr Gehege. Was so spielerisch aussieht, ist ein straffes Lernprogramm für die drei Jungwölfe im Zoo Zürich. Denn indem sie alles ausprobieren, trainieren sie ihre Fähigkeiten und lernen, was ein erwachsener Wolf können muss. Die Welpen geniessen in dieser Zeit weitgehende Narrenfreiheit, denn die strenge Hierarchie des Rudels gilt für die Kleinsten noch nicht. Erst allmählich zeigen die älteren Wölfe ihnen Grenzen auf und bringen den Jungen das notwendige Sozialverhalten bei.

Gelernt wird mehrsprachig im Wolfsrudel. Neben einer deutlich ausgeprägten Mimik und Körpersprache können die Tiere auch jaulen, bellen, winseln, knurren oder gemeinsam im Chor heulen, um sich zu verständigen und den Zusammenhalt zu festigen.

Forschungsergebnisse austauschen

Spielerisch und mit verschiedenen Mitteln entdecken jedoch nicht nur junge Wölfe ihre Umwelt, auch Schüler können spielend lernen im Zoo. Dazu haben Isabelle Steiner und Nicole Schnyder vom Zoo Zürich das neue Lehrmittel entwickelt.

Der 175 Seiten starke Ordner bietet zum einen umfangreiches Material für die Arbeit im Schulzimmer, wie Hintergrundinformationen und Aufgabenblätter sowie Filme und Bilder auf einer DVD. Zum anderen aber können die Schülerinnen und Schüler selbst zu jungen Forschern werden.

Im Zoo Zürich gibt es dazu drei verschiedene Aufgabengebiete: afrikanisches Gebirge, der Masoala-Regenwald oder das Verhalten von Elefanten. Die jungen Forscher sollen die Tiere genau beobachten und beispielsweise notieren, wie oft und an welchen Körperstellen sich die Elefanten selbst oder andere berühren.

Daraus lassen sich unter anderem Rückschlüsse auf die Beziehungen in der Gruppe ableiten. Gibt es eine Leitkuh? Berühren sich zwei Tiere gleich häufig? Gibt es einen Aussenseiter?

Ihre Forschungsergebnisse können die Schulklassen über die Online- Plattform «Forschungsnetz Zoo» auf der Homepage des Zoo Zürich mit anderen jungen Forschern austauschen und diskutieren. Die erhobenen Daten werden vom Zoo Zürich ausgewertet und voraussichtlich jährlich publiziert, wie Isabelle Steiner erklärte.

Das Lehrmittel enthält auch Informationen und Beobachtungsideen vom Natur- und Tierpark Goldau, dem Wildnispark Zürich, dem Zoo Basel sowie vom Tierpark Dählhözli. (sda)