Raganello-Schlucht
«Lawine aus Wasser»: Mindestens 11 Tote bei Sturzflut in Kalabrien

Bei einer Sturzflut im italienischen Kalabrien sind nach jüngsten Angaben mindestens elf Wanderer ums Leben gekommen. Fünf weitere wurden am Dienstag noch vermisst, wie der Zivilschutz mitteilte. Am Montagabend war von acht Toten die Rede gewesen.

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Einsatzkräfte bei der Rettung in der Raganello-Schlucht in Kalabrien. Mindestens elf Personen kamen bei einer Sturzflut ums Leben.
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Ein Helikopter bringt Retter in die Schlucht.
Retter im Einsatz: Nach Angaben der Präfektur von Cosenza wurden insgesamt 23 Menschen gerettet.
Ein niederländischer Wanderer berichtete italienischen Medien von "einer wahren Lawine aus Wasser", die unerwartet über die Gruppe hereingebrochen sei. "Wir hatten keine Zeit irgendetwas zu tun", sagte er.
Sturzflut in Kalabrien

Einsatzkräfte bei der Rettung in der Raganello-Schlucht in Kalabrien. Mindestens elf Personen kamen bei einer Sturzflut ums Leben.

FRANCESCO CAPITANEO

Die Wanderer waren im Nationalpark Pollino in der Provinz Cosenza in der Raganello-Schlucht unterwegs, als der Wildbach Raganello plötzlich anschwoll.

Nach Angaben der Präfektur von Cosenza wurden insgesamt 23 Menschen gerettet. Es habe zwei Wandergruppen mit jeweils 18 Menschen gegeben. Der Zivilschutz sprach von drei Gruppen.

Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtete, befanden sich unter den Geretteten zwei Kinder, von denen eines wegen Unterkühlung mit dem Helikopter in ein Spital gebracht wurde. Unter den fünf Vermissten soll auch ein Fremdenführer aus der Region sein. In der Nacht wurde mit starken Scheinwerfern nach den Vermissten gesucht.

Ein niederländischer Wanderer berichtete italienischen Medien von "einer wahren Lawine aus Wasser", die unerwartet über die Gruppe hereingebrochen sei. "Wir hatten keine Zeit irgendetwas zu tun", sagte er.

Der Überschwemmung war stundenlanger Starkregen vorausgegangen. Die Schluchten des Raganello sind wegen der vielen Herausforderungen auf der Strecke erfahrenen Wanderern vorbehalten. Die örtlichen Behörden haben den Zugang in diese Gegend streng reguliert, und einige Bereiche markiert, um Rettern dabei zu helfen, Wanderer in Not ausfindig zu machen.