Australien

«Kreuzfahrt durch die Hölle»: Grossfamilie zettelt Massenschlägerei auf Schiff an

Auf der "Carnival Legend" prügelten sich über zwei Dutzend Passagiere.

Auf der "Carnival Legend" prügelten sich über zwei Dutzend Passagiere.

Auf dem Kreuzfahrtschiff «Carnival Legend» ist es zu einer blutigen Massenschlägerei gekommen. Das Schiff musste ausserplanmässig halten, um die gewalttätige 23-köpfige Familie auszuladen. Einem Pärchen vermiesten die Schläger den Heiratsantrag.

Nur noch weg vom Schiff: Das dürfte sich die Mehrheit der Passagiere der "Carnival Legend" gedacht haben, als die Kreuzfahrt am Wochenende im australischen Melbourne endete. Die zehntägige Fahrt durch den Südpazifik war zum Desaster verkommen. Kurz vor der Ankunft in Melbourne musste der Kapitän in Eden im Süden des Bundesstaates New South Wales einen Notstopp einlegen, damit die Polizei eine 23-köpfige Familie vom Schiff holen konnte. Der Clan war in den Tagen zuvor durch seine Gewaltbereitschaft aufgefallen.

Gemäss Passagieren suchte die Familie von Anfang an Ärger. Sie soll es auf Australier abgesehen haben. Mehrmals kam es zu Scharmützeln an Bord. In den Sozialen Medien kursiert ein Video, das zeigt, wie die Situation in einem Nachtclub schliesslich eskalierte. Bis zu 30 Personen sollen sich Verletzungen zugezogen haben. "Sie liefen mit Schnitten an Kopf und Händen herum", sagte eine Passagierin zum Radiosender 3AW.

Im Video ist auch zu sehen, wie Schiffspersonal und Sicherheitskräfte einschreiten. Anstatt die Gemüter zu beruhigen, schlagen und treten sie auf die prügelnden Passagiere ein. Erst nach 45 Minuten hatten sie die Situation unter Kontrolle. Ursache der Schlägerei soll eine Lappalie gewesen sein: Ein Passagier trat einem anderen auf den Flip Flop. 

Michael Barsoum war nach der Schlägerei nicht verletzt, aber traurig. Er wollte seiner Mary just dann einen Heiratsantrag machen, als die Prügelknaben loslegten. "Der Moment ist nun für immer ruiniert", sagte Barsoum zum "Herald Sun". Er bezeichnet den Trip als "Kreuzfahrt durch die Hölle" und verlangt eine Rückerstattung der Kosten. Mit der von der Reederei Carnival Cruise Line angebotenen Lösung – ein 25-Prozent-Rabatt auf künftige Fahrten – ist er nicht zufrieden: "Ich will mein Geld zurück."

Carnival Cruise Line gehört zur britisch-amerikanischen Carnival Corporation, dem grössten Kreuzfahrtunternehmen der Welt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters untersucht die Firma den Vorfall. Das Niveau der Gewalt sei beispiellos, schrieb sie in einer Mitteilung. Weiter heisst es darin, man habe sich bei den Gästen entschuldigt. (mwa)

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