Kloster Kappel
Kloster Kappel auf Erfolgskurs

Während die Branche die herrschende Wirtschaftsflaute beklagt, steigt die Auslastung des Seminar- und Hotelbetriebs im Kloster Kappel auch in diesem Jahr markant – auf voraussichtlich 17 500 Übernachtungen.

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Kloster Kappel

Limmattaler Zeitung

Von Werner Schneiter

In der Hotelbranche wird gejammert. In Kappel im Knonauer Amt jubelt man nicht, aber gleichwohl herrscht Freude: 2007 verzeichnete das damalige Haus zur Stille und Besinnung, im letzten Jahr wieder zum Kloster Kappel umbenannt, knapp 15 000 Übernachtungen. 2008 waren es bereits 16 200.

Und in diesem Jahr kann der Hotel- und Seminarbetrieb mit 61 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits mit 17 500 Übernachtungen rechnen. «Wir sind ausserhalb des Hochpreis-Segments und haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis», sagt Jürgen Barth, seit 2005 Geschäftsführer und Hotelier.

Zwischen Juli 2007 und Sommer 2008 hatte die Reformierte Landeskirche das Bildungshaus und Seminarhotel im ehemaligen Kloster in Kappel am Albis für insgesamt 8,5 Millionen Franken umbauen lassen.

Den Erfolg seines Betriebs begründet Jürgen Barth aber auch mit anderen Argumenten: «In Krisenzeiten ist unser Angebot mit kirchlichem Hintergrund bei Firmen, aber auch bei Non-Profit-Organisationen offenbar stärker gefragt. Firmen brüsten sich inzwischen nicht mehr mit Seminaren in 5-Sterne-Betrieben.»

Besonders stolz sind die Verantwortlichen auf die Auszeichnung von «Top Focus»: Demnach ist das Kloster Kappel das zweitbeste Tagungszentrum der Schweiz. Die Ehrung basiert auf Aussagen von Referenten und Gästen des Hotels.

Gut die Hälfte des Hotel-Umsatzes in Kappel, der im letzten Jahr die 4-Millionen-Franken-Grenze erstmals sprengte, kommt von Firmen und privaten Organisationen. Die andere Hälfte machen Non-Profit-Organisationen wie Universitäten, ETH, kirchliche Gruppen, Kirchgemeinden, theologische Aus- und Weiterbildungskurse aus.

Die 110 Betten, verteilt auf 75 Hotelzimmer, sowie die 18 Seminarräume seien sehr gut belegt, so Barth. Im Hotelbetrieb stieg die Auslastung innerhalb der letzten fünf Jahre von 40 Prozent auf gegenwärtig rund 60 Prozent - ein Wert, von dem andere Hotels nur träumen können. Der Hotel-Brutto-Umsatz werde 2009 nochmals 10 Prozent steigen und voraussichtlich 4,4 Millionen Franken betragen.

«Unser Ziel ist, die Auslastung zumindest auf diesem Niveau halten zu können», sagt Jürgen Barth. «Und wir schauen, dass der Hotelbetrieb selbsttragend ist. Wir wollen damit einen grossen Teil der Renovationskosten von Umbau und Renovation refinanzieren.»
Die umfassenden Renovation hat nach Einschätzung des Geschäftsführers zur Attraktivitätssteigerung im Kloster Kappel beigetragen - genauso wie das Programm. «Der theologische Teil hat sicher einen grossen Anteil an unserem weltlichen Erfolg», so Barth, der damit auch die theologische Leiterin des Klosters Kappel würdigt: Dorothea Wiehmann Giezendanner. Sie geht Anfang 2010 in Pension.

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