Naturschutz
Klarere Signalisation im Naturschutzgebiet

Mit einer besseren Kennzeichnung soll für Velofahrenden in Naturschutzgebieten an Reuss und Lorze Klarheit geschaffen werden. Die kantonale Fachstelle Naturschutz will die Massnahmen diesen Sommer umsetzen.

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Klarere Signalisation im Naturschutzgebiet

Klarere Signalisation im Naturschutzgebiet

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Allgemeine Fahrverbote gelten auch für Velofahrende. Nicht alle halten sich daran, auch in Naturschutzgebieten an Reuss und Lorze nicht. Aber nicht überall ist die Signalisation auch klar. Insbesondere entlang des «Ämtler Wägs». Plötzlich wähnt sich der Erholungssuchende auf dem Zweirad in einem solchen Fahrverbot, der nicht klar markiert ist. «Hier gibt es Ungereimtheiten - zum Beispiel Zufahrten, wo die Fahrverbotstafel erst später auftaucht», sagt Josef Fischer, Geschäftsführer der Stiftung Reusstal. Die von ihr initiierte Aufsicht hat es deswegen bei ihren Kontrollgängen nicht immer einfach, etwa wenn sie auf Halter von unbeaufsichtigen Hunden stösst. «Bei den Velofahrern sagt ihr auch nichts, also warum sollen wir unseren Hund hier anleinend?» - Ein oft gehörter Einwand.
Das Problem ist der Fachstelle Naturschutz des Kantons bekannt und soll nun entschärft werden. Verwirrende Signalisationen, wie etwa am Reussspitz, sollen besser platziert und Wege generell besser signalisiert werden. Ein allgemeines Fahrverbot gilt auf dem Reussdamm, derweil das Fahren mit Fahrrad im Reussvorland erlaubt ist bzw. toleriert wird. «Das lässt sich auch gar nicht durchsetzen. Und ökologische Einwände gegen eine Velofahrt in dieser Gegend gibt es nicht», sagt Hanspeter Tschanz, Mitarbeiter der Fachstelle Naturschutz. Die Verbesserungen werden nun diesen Sommer realisiert.

Zunehmende Aggressivität
Die Velofahrenden mögen froh sein über die klarere Signalisation. Ob sich davon andere Erholungssuchende beeindrucken lassen, ist fraglich. An schönen Sommertagen wird das Reussufer von Hunderten «heimgesucht». Ein kleiner Teil davon pfeift auf Regeln, die in Naturschutzgebieten und naturnahen Gebieten gelten. Abfall wird achtlos weggeworfen, es wird wild campiert, mit dem Auto Fahrverbote missachtet, es werden Gras und Blumen zertrampelt und Lärm verursacht. Oder Hunde unbeaufsichtigt von der Leine gelassen.
Der vor rund zehn Jahren eingeführte Aufsichtsdienst der Stiftung Reusstal stellt bei Rundgängen eine zunehmend aggressive Haltung bei Erholungsuchenden fest, wenn sie auf ihr ungebührliches Tun angesprochen werden - besonders, wenn noch Alkohol im Spiel ist. «Ein offenkundig Alkoholisierter ging mit einem Grillspiess auf mich los», sagt Josef Fischer. Solcherlei Gewalt ist glücklicherweise die Ausnahme. Heikle Situationen erfordern von den Leuten des Aufsichtsdienstes psychologisch geschicktes Verhalten und Kommunikationsfähigkeiten. «Sie dürfen nicht den Sheriff spielen, aber konsequent auftreten und müssen das Gespräch suchen», so Fischer. Die Gebiete an Reuss und Lorze sind schwierig zu beaufsichtigen. Die aus insgesamt einer Frau und elf Männern bestehende Aufsicht - in Zweierpatrouillen unterwegs - gerät oft zufällig an Leute, die sich nicht korrekt verhalten. «Trotzdem wirkt sich die ständige Präsenz längerfristig positiv aus, auch wenn der Druck auf die Erholungsgebiete weiter wächst», ist der Geschäftsführer überzeugt.

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