Affoltern
Jubiläumsfest 20 Jahre Kinofoyer Lux

Zum 20 jährigen Jubiläum des einzigen Kino-Kulturbetriebs im Säuliamt lassen Kinofoyer Lux und «Kultur in Affoltern» im Kasinosaal in Affoltern ein grosses Film- und Musikfest steigen. Mit einem filmischen Leckerbissen und energiegeladener Musik und Tanz will das engagierte Kulturteam ins dritte Jahrzehnt von Kinofoyer Lux starten. Wer mitfeiert, kriegt auch noch ein Jubiläumsgeschenk und wird bestimmt einen ausserordentlich vergnüglichen Abend verbringen.

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Blehmuzik

Blehmuzik

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Ein eigentliches Kinowunder zeigt der Film des Jubiläumsfestes, in welchem das Spiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit im Kinosaal (fast) echt wird. Das filmische Meisterwerk von Woody Allen, «The Purple Rose of Cairo» (1985), spielt beschwingt mit der Leinwand, der Traumwelt des Films und dem Glück der Scheinwelt. So flüchtet sich die Kellnerin Cecilia, die unglücklich mit ihrem Leben und ihrer Ehe ist, immer wieder in die Fantasiewelt des Kinos und schaut unzählige Male ihren Lieblingsfilm an, in dem der Schauspieler Gil Shepard den Abenteurer mit Tropenhelm Tom Baxter verkörpert.

Da passiert etwas Unglaubliches: Die Filmfigur Tom Baxter steigt aus der Leinwand und verlässt mit Cecilia das Kino. Die Verblüffung auf der Leinwand ist gross, der Film kann ohne ihn nicht weiter gehen. Der Film gerät in seiner Chronologie völlig durcheinander, und der Produzent wird alarmiert. Das Kino steht Kopf, die Zuschauer sind entrüstet und verlangen ihr Geld zurück. Während sich die Leinwandfiguren mit dem Publikum streiten, bahnt sich zwischen Tom und Cecilia in einem Vergnügungspark der wirklichen Welt eine Romanze an.

Aber als dann der reale Tom Baxter, nämlich der Schauspieler Gil Shepard, aus Hollywood anreist, um Tom in den Film zurück zu schicken, wird die Verwirrung noch grösser. Tom will nicht auf die Leinwand zurück und wenn, dann nur mit Cecilia.

«Blehmuzik», die 12-köpfige Formation mit Musikern aus Zug, Luzern, Zürich und Bern, spielt nach dem Film zum Tanz und Zuhören auf. Die Band spielt seit 1997 in der Besetzung traditioneller Zigeuner-Blaskapellen: Gesang, Trompeten, Sopransaxofon, Hörner, Bass und Perkussion. Sie begeistert mit Lebenslust und Melancholie des Balkans. «Eine Musik, die verrückt komisch über Totenfelder tanzt, die Grauen und rauschhafte Fröhlichkeit zusammenfügt», so beschreibt Volker Hesse die Kompositionen von Goran Bregovic, der bei uns durch Emir Kusturicas Filme bekannt geworden ist.

Dieser Musik aus dem Balkan «zwischen Trauer und Innigkeit, zwischen Melancholie und Jubel, zwischen Zartheit und Raserei» hat sich auch die «Blehmuzik» verschrieben. Neben Tänzen aus dem südosteuropäischen Raum mit ihren teilweise irrwitzigen Rhythmen und Tempi umfasst das Repertoire auch Stücke aus Persien, Nepal und Südamerika. Die Band setzt die energiegeladene Musik in Bewegung um, spielt in allen Lagen, mitreissend, schalkhaft, übermütig, überraschend, überbordend, lustvoll.