Itingen

Itinger Falken lassen sich von Kamera nicht stören

Ab heute Freitag kann man im Internet einem Falkenpaar beim Brüten zuschauen. (Bild Archiv)

Itingen_Falken

Ab heute Freitag kann man im Internet einem Falkenpaar beim Brüten zuschauen. (Bild Archiv)

Hoch oben, 28 Meter über dem Boden, hängt ein Nistkasten an der Ostwand des Ikea-Gebäudes in Itingen. Ein Turmfalkenpaar bereitet dort seine Brutstätte vor.

Dass im Dach des Nistkastens eine Kamera montiert ist, stört die Raubvögel nicht. Ab heute Freitag lassen sich die Falken live auf der Homepage des Naturschutzvereins Lausen (NVL) beobachten - dank einer Infrarotkamera auch nachts. Nach den Turmfalken in Muttenz, die von einer Kamera der Bau- und Umweltschutzdirektion beobachtet werden, geht so ein weiteres Baselbieter Falkenpaar im Internet auf Sendung.

Falken brüten Ende Monat

Verantwortlich für die Kamera in Itingen sind zwei begeisterte Ornithologen. «Spätestens Ende Monat werden die Falken brüten», sagt Kurt Mohler. 2002 gründeten der Naturschutzpreisträger aus Lausen und Ueli Schaffner aus Gelterkinden im Auftrag der Vogelwarte Sempach eine Gruppe zur Betreuung der Turmfalken und Schleiereulen im Oberbaselbiet und im Fricktal.

Anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums des NVL liess Mohler vor vier Jahren erstmals eine Webkamera im Turmfalkenkasten am Ikea-Gebäude installieren. Aus aller Herren Ländern besuchten Vogelbegeisterte die Internetseite des NVL. «Sogar aus Neuseeland und von den Kokos-Inseln», erzählt Mohler.

In der Regel legen die Falkenweibchen fünf bis sechs Eier. Die Anzahl hängt vom Nahrungsangebot ab. Ende Mai werden die Jungen schlüpfen. Um eine Brut grosszuziehen, fangen die Altvögel rund 1300 Mäuse. Sobald die Jungen flügge werden, bleiben sie noch zwei bis drei Wochen in der Nähe der Eltern. «Sie müssen erst lernen, zu jagen», erklärt Mohler. Danach schwärmen sie in alle Himmelsrichtungen aus.

Bis es soweit ist, wartet einige Arbeit auf Kurt Mohler und Ueli Schaffner. In den kommenden Tagen kontrollieren sie rund 300 Nistkästen. 40 Tage nach Brutbeginn erfolgt eine erneute Kontrolle. 15 bis 23 Tage nach dem Schlüpfen werden die Jungen beringt.

Die Arbeit der Ornithologen lohnt sich: «2002 hatten wir zwölf Bruten mit rund 30 Jungen», erzählt Ueli Schaffner. Dank der Unterstützung der lokalen Naturschutzvereine konnten sie viele zusätzliche Nistkästen aufhängen. 2008 brüteten im Oberbaselbiet und im Fricktal 53 Paare, die 200 Jungvögel grosszogen. Nistmöglichkeiten allein reichen nicht. «Es braucht auch Ökoflächen mit genügend Nahrung», sagt Schaffner. (uf)

www.nvl.ch; www.turmfalke.ch

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