flamingo
Grosses Kino vom Flachsee

Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

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Jörg Meier

DER TRAGISCHE TOD des Flamingos vom Flachsee bewegt. Er bewegt, weil diese Geschichte mindestens so schicksalsschwer daherkommt wie eine klassische griechische Tragödie: Es kann niemand etwas dafür, trotzdem kommt es zur Katastrophe und am Schluss sind alle unglücklich oder tot. Das ist ein grosser Stoff für einen grossen Film mit Hollywood- und Oscar-Potenzial. Zumal emotional bewegende Tierfilme zurzeit besonders gut ankommen.

DIE GESCHICHTE wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: zuerst der Flamingo, den die Sehnsucht nach dem fernen Chile aus dem Zürcher Zoo treibt; der sich verirrt und auf dem Flachsee notlandet; wo er von den einheimischen Wasservögeln aber als Ausländer diskriminiert und ausgeschlossen wird; der arme Flamingo vereinsamt rasch und hungert traurig vor sich hin. Die zweite Hauptperson ist die unglücklich verliebte Flamingozählerin im Zürcher Zoo. Aufgrund ihrer Gefühlsverwirrung zählt sie nicht richtig - und es ist ja dann dieser Zählfehler, der den Flamingo das Leben kostet. Schliesslich haben wir den Fischereiaufseher, der den Todesschuss ausführen muss, weil das seine Pflicht ist, der aber innerlich aufgewühlt nach der Tat sein Amt niederlegt, Vegetarier wird und sich auf eine Alp zurückzieht.

HÖHEPUNKT des Filmes ist der Moment, wo die drei Handlungsstränge in einen atemberaubend spannenden Showdown münden, der im tödlichen Schuss gipfelt. Bewegt und gerührt werden die Zuschauer das Kino verlassen. Vollends erfolgreich wird der Film (Titelvorschlag «Tod eines Flamingos»), wenn 10 Rappen pro verkauftes Ticket dem Flachsee-Flamingo- Fonds (FFF) zugute kommen.

joerg.meier@azag.ch