Die sich rasch verschlechternde wirtschaftliche Situation und der damit verbundene starke Anzeigenrückgang trifft auch die Gratiszeitung «.ch», die sich zu hundert Prozent über Werbung finanzieren muss. Das Ausmass der rezessiven Entwicklung war vor einem halben Jahr, als «.ch» neu lanciert worden war, nicht absehbar gewesen. Angesichts der Schwere der Wirtschaftkrise und der Ungewissheit über deren Dauer ist es für den Verwaltungsrat nicht mehr realistisch, dass «.ch» wie geplant bis Ende 2011 die Gewinnzone erreichen wird.

Im Januar hatten die Aktionäre des Gratisblattes ".ch" mit einer neuen Betriebsgesellschaft gestartet. Sie löste die Firma Media Punkt AG ab. Im Oktober 2008 war die Pendlerzeitung neu lanciert worden. Damals schied Blatt-Gründer Sacha Wigdorovits aus. Bei der Neulancierung hatten die Aktionäre noch eine Aufstockung des Aktienkapitals der alten Gesellschaft von 10 auf 18 Millionen Franken geplant. Dieses Vorhaben war aber am Willen der Investoren gescheitert. Sie bewilligten 5 Millionen Franken.

Das neue redaktionelle Konzept und die ausschliessliche Verteilung über Boxen und Kolporteure hatten dazu geführt, dass die Zahl der täglichen Leser innert weniger Monate auf rund 400 000 beinahe verdoppelt werden konnte. Rezessionsbedingt unter Plan verlief dagegen die Entwicklung der Anzeigen.

Betroffen von der Einstellung von «.ch» sind 69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Redaktion und im Verlag, abgebaut werden insgesamt 61 Stellen. Laut Angaben der Medienmitteilung dankt der Verwaltungsrat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den weit überdurchschnittlichen Einsatz, den sie in den letzten Monaten für «.ch» geleistet haben. (PD/SDA)