Georg Fischer
GF-Pensionskasse hat sich verzockt

Ein Blick in die Konzernrechnung des Industrieunternehmens Georg Fischer (GF) zeigt einen dramatischen versicherungstechnischen Verlust von 254 Millionen Franken, der zwischen 2007 und 2008 ein Loch von 221 Millionen Franken in die Pensionskasse des Konzerns gerissen hat.

Drucken
Teilen

Dem Pensionskassenvermögen von 1,18 Milliarden Franken stehen Ansprüche von 1,4 Milliarden Franken gegenüber, der Deckungsgrad der Georg-Fischer-PK sank innerhalb eines Jahres von 111,2 auf 87,7 Prozent. Da bei der PK des Industrieunternehmens Georg Fischer viel mehr Rentner angeschlossen sind als aktive Mitarbeiter, sind die Pensionskassenverantwortlichen grosse Anlagerisiken eingegangen, um das Vermögen zu steigern und die Kasse zu sanieren. Dabei haben sie sich offenbar verzockt.

Dazu die Stellungnahme von GF-Sprecher Christian Thalheimer: «Da die PK GF eine ungünstige Struktur aufweist, muss die PK eine sehr ertragsorientierte Anlagestrategie verfolgen, um ihre Leistungen zu erbringen.» Genau das ist falsch, meint PK-Experte Carl Helbling. Der Absturz der GF-Pensionskasse, den der «Blick» publik gemacht hatte, führt bei den GF-Pensionären zu einer Kürzung der monatlichen Rente um 6,1 Prozent. GF-Aktionär Giorgio Behr zeigt sich in einem «Sonntag»-Interview über diese Kürzung «schockiert».

SP-Chef Christian Levrat bezeichnet das Signal, das die GF-Pensionskasse mit ihrem Vorgehen aussendet, als «Katastrophe». Levrat will jetzt eine Gesetzesänderung prüfen, um die Bedingungen für Rentenkürzungen enger zu fassen. Was ihn im Fall GF besonders stört: «Das Unternehmen hat einen PK-Deckungsgrad von 87 Prozent und wäre nicht gezwungen, sofort Sanierungsmassnahmen zu ergreifen.»

Aktuelle Nachrichten