Prügeltrio in Schlieren
Geldstrafen für Prügeltrio

Wegen eines umstrittenen Parkplatzes haben in Schlieren mehrere Philippinen einen Schweizer Hauswart spitalreif geprügelt. Nun wurden drei der Angreifer verurteilt.

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Gericht

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Attila Szenogrady

Der Fall aus Schlieren weckt Erinnerungen an den so genannten Parkplatz-Mörder Bashkim Berisha, der landesweit für Schlagzeilen sorgte. Der Ex-Thaibox-Weltmeister hatte in Dübendorf im Streit um einen Parkplatz einen Familienvater erschossen und dafür im letzten Sommer am Zürcher Obergericht eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren kassiert.

Streitigkeiten um Parkplätze sind keine Einzelfälle: Auch in Schlieren nahm der Streit um ein falsch parkiertes Fahrzeug ein gewalttätiges Ende.

Familienclan gegen Hauswart

Die Anklageschrift geht auf den 12. Juli 2008 zurück. An jenem Sommerabend traf sich ein philippinischer Clan zu einem Familientreffen. Dabei stellte einer der Besucher sein Fahrzeug widerrechtlich auf einem privaten Parkplatz ab. Ein Umstand, der schon bald den zuständigen Hauswart auf den Plan rief. Der Anwohner begab sich auf den Vorplatz der Liegenschaft und beschwerte sich bei einem der Asiaten.

Danach ging alles sehr schnell. Plötzlich tauchten mehrere Philippinen auf und gingen auf ihren Gegner los. Die Anklage schilderte, wie der Hauswart nach einem Tritt in seine Seite zu Boden fiel. Daraufhin traktierten die späteren Angeklagten das wehrlos am Boden liegende Opfer mit zahlreichen Fusstritten und Faustschlägen.

Spitalreif geprügelt

Der Angeklagte hatte Glück im Unglück: Seine Freundin trat mutig dazwischen und wehrte weitere schwere Angriffe ab. Allerdings erlitt auch sie durch einen scharfen Gegenstand eine Schnittwunde. Erheblich schlimmer erwischte es ihren Partner. Er musste sich mit einer Schädelkontusion, einer Brustprellung sowie diversen Schürfwunden in Spitalpflege begeben.

Kürzlich mussten sich drei der insgesamt fünf Angreifer vor dem Bezirksgericht Zürich wegen Angriffs verantworten. Die zwei jüngeren Angeklagten im Alter von 24 und 28 Jahren gaben die Vorwürfe zu und legten Reue an den Tag. Im Gegensatz zum 50-jährigen Vater eines der Beschuldigten: Dieser stellte in Abrede, den Geschädigten überhaupt geschlagen zu haben. Er verlangte deshalb einen vollen Freispruch.

Allerdings vergeblich. Wie das Gericht am Freitag eröffnete, hat es alle drei Beschuldigten für schuldig befunden. Auch den nicht geständigen Vater, der ausgerechnet von zwei weiteren Mitbeschuldigten während der Untersuchung belastet worden war.

Da es sich bei den verurteilten Personen allesamt um Ersttäter handelte, kamen sie mit bedingten Geldstrafen und Bussen davon. Der Staatsanwalt hatte immerhin Freiheitsstrafen von je sechs Monaten verlangt.

Freundin ging leer aus

Die höchste Sanktion von 180 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 1000 Franken Busse erhielt der Vater, 150 Tagessätze zu 30 Franken sowie 1000 Franken Busse sein Sohn. Der Dritte im Bunde kassierte 120 Tagessätze zu 30 Franken und ebenfalls 1000 Franken Busse.

Die Angeklagten wurden verpflichtet, dem Geschädigten einen Schadenersatz von 510 Franken und ein Schmerzensgeld von 500 Franken zu bezahlen. Die Freundin ging dagegen leer aus: Das Gericht stufte ihre kleine Schnittwunde als zu geringfügig ein.