Bachfischet

«Fürio, de Bach brönnt»

Ein milder und trockener Herbstabend bot gestern Freitag den idealen Rahmen für den Aarauer Bachfischet, der sich tausenden von Zuschauern grösser und schöner denn je präsentierte.

Hermann Rauber

Der Brauch der Aarauer Jugend, den Stadtbach nach der Reinigung voller Überschwang «abzuholen», reicht weit in die Bernerzeit vor 1798 zurück. Mehrfach drohte der Anlass in Vergessenheit zu geraten, heute strahlt der Bachfischet dank den Bemühungen der Heinerich-Wirri-Zunft und der Lehrerschaft kräftiger denn je.

Auch gestern Freitagabend zogen gut 1750 Schülerinnen und Schüler mit ihren selbstgebastelten Lampions, die an Haselruten getragen werden, und grossformatigen Laternen durch die verdunkelten Strassen und Gassen der Aargauer Kantonshauptstadt.

Das urtümliche Schauspiel, das durch die überlieferten Rufe wie «Fürio, de Bach brönnt» oder «De Bach isch cho» akustisch verstärkt wird, vermochte auch gestern wieder ein zahlreiches Publikum an die Umzugsroute zu locken, das mit Applaus für die leuchtenden Kunstwerke nicht geizte.

Besonders dankbar sind natürlich Sujets wie Fische oder Frösche, die sich konkret auf den gefeierten Stadtbach beziehen. Daneben sah man aber auch Drachen, Igel, Bienen oder Pilze. Ja selbst der schiefe Turm von Pisa und der furchtlose Asterix fehlten nicht, beide aus Papier natürlich. Den krönenden Abschluss bildete der Mordschlapf, der dank der Wirri-Zunft zu einem mächtigen Feuerwerk ausgewachsen ist.

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