Einiges wird neu und etliches ist ungewiss

An ihrer ordentlichen Generalversammlung hat die «Stiftung Schulheim für körperbehinderte Kinder» einer Vermögensübertragung an das neu gegründete «Zentrum für körper- und sinnesbehinderte Kinder (ZKSK) AG» zugestimmt. In der Aktiengesellschaft ist auch das ehemalige CP-Zentrum integriert.

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Katharina Arni-Howald

Nach der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen sah sich auch der Kanton Solothurn gezwungen, die Institutionen im sonderpädagogischen und therapeutischen Bereich aufzufordern, ihre Angebote zu optimieren und Synergien zu nutzen. Dieser Forderung kamen das Schulheim für körperbehinderte Kinder und der privatrechtlich organisierte Verein für Entwicklungspädiatrie (CP-Zentrum) nach. Sie gründeten am 4. Dezember 2008 gemeinsam die «Zentrum für körper- und sinnesbehinderte Kinder (ZKSK) AG».

Diese umfasst heute ein Therapiezentrum an der Werkhofstrasse, das ambulant 280 Kinder im Alter von 1 bis 14 Jahren therapiert und integrativ unterstützt, während im Schul- und Therapiezentrum an der Schöngrünstrasse über 60 Kinder und Jugendliche von 5 bis 18 Jahren geschult, therapiert und sozialpädagogisch unterstützt werden.

Zwei Kulturen und Philosophien

«Es war und ist für uns eine grosse Herausforderung, zwei Kulturen und Philosophien zusammenzuführen», erinnerte Schulheimleiter Werner Hunziker an die arbeitsreiche Übertragung des Geschäftsbereiches in eine Betriebsaktiengesellschaft, und legte auch zahlreiche Zukunftsvisionen und Strategien vor. Das Schulheim wurde bei der Umsetzung auch deshalb stark gefordert, weil gemäss Ulrich Schlatter, Präsident des Verwaltungs- und Stiftungsratsausschusses, die Stiftung als Trägerin der Institution und Alleinaktionärin auch weiterhin darauf achtet, dass der Stiftungszweck erfüllt wird.

Die für den Betrieb der Aktiengesellschaft notwendigen Aktiven und Passiven wurden, wie Matthias Miescher, ebenfalls Mitglied des Stiftungsratsausschusses, festhielt, inzwischen ausgeschieden, und das selbständige Baurecht der heutigen Betriebsliegenschaft kann an die AG übertragen werden. Diesen Vermögensübertragungen stimmten die anwesenden Stiftungsräte einstimmig zu.

Rückstellungen getätigt

Ohne Gegenstimmen wurde auch die letzte in dieser Form vorgelegte Jahresrechnung der Stiftung angenommen. Bei einem Betriebsaufwand von 4,657 Mio. Franken und einem Ertrag von 1,565 Mio. Franken schliesst diese für das Jahr 2008 mit einem Aufwandüberschuss von 3,353 Mio. Franken und liegt damit unter dem bewilligten Budget des Kantons. Dank diesem guten Ergebnis konnten bereits Rückstellungen für das Schul- und Therapiezentrum im Betrag von 227 000 Franken getätigt werden.

Vorzeitiger Exodus?

Wie von Werner Hunziker zu erfahren war, ist es nach wie vor ungewiss, ob das Schulheim an seinem jetzigen Standort weitergeführt werden kann. «Entgegen früheren Zusagen ist im Rahmen der Spitalplanung für uns kein Land für ein Therapiezentrum reserviert worden, in dem auch die Aktivitäten des CP-Zentrums integriert werden könnten», bedauerte Hunziker. Auch das bis 2023 dauernde Baurecht am jetzigen Standort sei nicht verlängert worden. Es werde nun in Erwägung gezogen, die Standortfrage von der Spitalplanung abzukoppeln und den heutigen Standort bereits vor Ablauf des Baurechts zu verlassen. «Auf diese Weise könnte das Spital unsere Infrastruktur während dem Spitalumbau nutzen, und wir erhielten einen Beitrag an die Investitionen für einen Neubau», so Hunziker.