Eine Premiere für den Beton

Nur einen Augenblick lang dauerte die Ausführung im Verhältnis zur Wartezeit, bis die Bürgergemeinde Oensingen auf der Roggenstrasse einen Hartbelag einbringen konnte.

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Solothurner Zeitung

Alois Winiger

Einen Tag für die Vorbereitung, zwei Tage für das Auftragen des Betons brauchte die Firma Knupp aus Eich. Fast dreissig Jahre dagegen dauerte das Hin und Her zwischen Baubehörden und Bürgergemeinde Oensingen, bis die Baubewilligung vorlag. Am liebsten hätte die Bürgergemeinde die ganze, gut 2,3 Kilometer lange Strasse auf den Roggen mit einem Hartbelag versehen lassen, denn der Unterhalt des Mergelbelags sei sehr aufwändig und koste pro Jahr bis zu 20 000 Franken. Doch die Strasse liegt im Wald ausserhalb der Bauzone und führt teilweise durch ein Naturschutzreservat, weshalb die kantonalen Behörden keine Baubewilligung erteilten. Der Fall kam vor Gericht und endete mit einem Kompromiss: An den kritischen Stellen beziehungsweise über 1,3 Kilometer darf ein Hartbelag eingebaut werden.

Dieser Belag - drei Meter breit und 18 Zentimeter dick - ist seit gestern Mittwochabend fertig eingebaut. Auf der Baustelle war ein eingespieltes Team zu beobachten, das Vorgehen gleicht jenem beim Asphaltieren: Eine Maschine sorgt für das gleichmässige Auftragen der Betonschicht, kleine Ausgleichsarbeiten und der Besenabrieb auf der Oberfläche erfolgen von Hand. «Soviel ich weiss ist dies die erste Bergstrasse weitherum, die so ausgebaut wurde», sagt Bauführer René Roth. Für seine Firma sei es hingegen kein Neuland, denn in der Innerschweiz sei dies gang und gäbe. «Und in Welschenrohr waren wir auch im Einsatz, dort wurden aber nur Fahrspuren eingebaut.»

Ab 10. Oktober für PW befahrbar

Noch kann aber die Roggenstrasse nicht befahren werden, sie bleibt bis und mit Freitag, 9. Oktober, gesperrt. Ab dann sei sie vorerst für Personenwagen befahrbar, drei Wochen später auch für Lastwagen, führt Roth aus. Als Nächstes werden noch die Strassenränder sowie die Ausweichstellen erneuert und befestigt. Gleichzeitig erfolgen Ausbesserungsarbeiten am Mergelbelag der restlichen Strasse.

Nicht viel hätte gefehlt, und auf der Strasse zum Roggen läge bereits seit einem Jahr ein Hartbelag - allerdings aus Asphalt. Der Termin war gesetzt, der Auftrag erteilt. Beides musste abgeblasen werden, weil sich herausstellte, dass Trinkwasserquellen im Umfeld der Strasse gefährdet werden könnten (wir berichteten). Die Bauarbeiten wurden um ein Jahr verschoben und die Quellen mittlerweile vom Wassernetz genommen. In dieser Zeit entschied man sich, Beton statt Asphalt einbauen zu lassen. «Wir kamen zur Überzeugung, dass dies zwar teurer ist, aber dauerhafter. Statt 250 000 zahlen wir nun 300 000 Franken», erklärt Bürgermeindepräsident Urs Berger. Der Kies für die Betonmischung stammt übrigens aus der gemeindeeigenen Kiesgrube im Aebisholz.

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