Legionärsfest
Ein Hauch von Ben Hur in Vindonissa

Das Römische Reich war riesig. Darin hatte vieles Platz – auch Legionen und Legionäre. Wie haben sie gelebt? Wer es wissen will, wird es beim Legionärsfest in Vindonissa erfahren.

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legionär

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Aargauer Zeitung

Elisabeth Feller

Ein wolkenloser Himmel, warme Temperaturen - das gestrige Traumwetter wünscht man sich für das kommende Wochenende. Am Samstag und Sonntag findet auf dem Areal der Klinik Königsfelden ein Fest statt, das seine Wirkung primär im Freien entfalten kann.

Dort, wo einst das Legionslager von Vindonissa (Windisch/Brugg) seine Zelte aufgeschlagen hat, befindet sich heute der Legionärspfad - ein Lern- und Erlebnisraum für Geschichte und Archäologie. Er macht das spannende kulturelle Erbe des einzigen römischen Legionslagers in der Schweiz für das Publikum auf spielerisch-sinnliche Weise erfahrbar. Am 10. und 11. Oktober lässt sich die Begehung dieses Pfades (oder das Verweilen bei zwei oder drei Stationen) locker mit dem Legionärsfest verbinden. Selbstverständlich ist auch nur der Besuch des Festes möglich.

Ein Legionär musste vieles können

«Nur»? Das dreiköpfige Organisationsteam richtet mit grosser Kelle an. Stopp! Wer die «grosse Kelle» als Synonym für Event versteht, liegt falsch. Betriebsleiterin Salome Maurer erläutert das Konzept: «Unser Fest möchte aufzeigen, wie der Alltag der Legionäre war. Aber wir wollen auch zeigen, was die Legionäre, neben ihrem Umgang mit Waffen, alles gekonnt haben. Zum Beispiel Häuser erstellen und Zelte blitzschnell auf- und abbauen.»

Die Legionäre kehren zurück

Ende Oktober geht es in die Winterpause: Doch zuvor richtet das einzige Legionslager der Schweiz erstmals ein grosses familienfreundliches Fest aus - das Legionärsfest. Es findet am 10. und 11. Oktober im Legionslager von Vindonissa, auf dem Areal der Klinik Königsfelden, statt, und zwar bei jeder Witterung. Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr. Mehr Informationen im Internet unter www.legionärspfad.ch.

Auch Pferde haben Mittagspause

Wer will exerzieren, wer Münzen prägen, wer Entwürfe für römische Wandmalereien kreieren? Darauf ist das Organisationsteam genauso gespannt wie auf das Rennen um den «Schnellsten Legionär»: Das Mitmachen ist an keine Altersgrenze gebunden. Wer das Familienleben schätzt, brennt wohl darauf, den Centurio des Legionslagers und seine Familie kennen zu lernen. «Zudem», so Salome Maurer, «bieten wir zu jeder vollen Stunde eine Führung zu zwei ausgewählten Stationen des Legionärspfades oder Detailinformationen zur Rekonstruktion und Bauweise der Legionärsunterkunft an.»

Update

Legionslager In Vindonissa (dem heutigen Windisch) richteten sich rund 6000 römische Legionäre und nochmals so viele Menschen aus dem Heerestross dauerhaft ein. An keinem anderen Platz zwischen Alpen und Rhein war Rom physisch derart stark präsent wie in Vindonissa. Der grösste Teil der Truppen kam aus Norditalien und Südfrankreich, von wo die Männer ihre mediterrane Lebensweise mitbrachten und unter der einheimischen Bevölkerung verbreiteten.