Wein
Ein guter Weinjahrgang 2009 im Säuliamt?

Trotz Hagel – bleibt das Wetter gut, so wird auch die Ernte in Knonau und Uerzlikon gut. Bleibt es warm und hagelfrei, so rechnen die Weinbauern Edwin Marty in Knonau und die Familie Leuthold in Uerzlikon mit einer qualitativ und quantitativ guten Traubenernte.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Edwin Marty, der Knonauer «Hörnli»-Wirt, prognostiziert sogar ein sehr gutes Jahr. Ein kleiner Hagelzug Ende Juli hat seine Reben auf dem ein Hektar grossen Südhang zwischen Uttenberg und Knonau teilweise etwas beschädigt. Aber dank des fast durchgehend guten Wetters haben sich die angeschlagenen Beeren gut erholen können. «Wir brauchen nun weiter trockenes, warmes Sommerwetter», sagt Marty, der in diesem Fall mit einem früheren Wümmet rechnet - in der ersten Oktoberhälfte.

Sorten diversifiziert
Ein gutes Knonauer Rebenjahr heisst: 3500 kg Blauburgunder, 1500 kg Riesling x Sylvaner, 1000 kg Pinot gris und 1500 kg Cabernet d'Orsa. Edwin Marty hat seine Sorten im Laufe der Jahre diversifiziert und nun neu auch 700 Stöcke St. Laurent angebaut, von denen ebenfalls rund 1000 kg erwartet werden. Ebenfalls neu präsentiert der Weinbauer einen Rivaner, eine Mischung aus Pinot gris und Riesling x Sylvaner. Eine neue EU-Norm macht diese neue Kreation möglich. «Sie kommt besser an als reiner Riesling x Sylvaner», weiss Marty, der 1981 die ersten Reben pflanzte und 1984 die erste Ernte einfuhr.
Gekeltert wird der Knonauer in der Orcava auf dem Hirzel. Die Degustation des neuen Jahrgangs erfolgt jeweils im Januar. 70 Prozent seines Ertrages verkauft Edwin Marty in seinem Restaurant in Knonau, 30 Prozent gehen in andere Restaurants.

«Noch etwas ungewiss»
Brigitte Leuthold, die zusammen mit Ehemann Ernst in Uerzlikon ein 12 Aren grosses Weingut bewirtschaftet, ist in Sachen Ernteprognosen noch vorsichtig. «Sie ist noch etwas ungewiss», sagt sie und verweist auf den kleinen Hagelzug vom Mai, der den Beeren etwas zugesetzt hat. «Bleibt es trocken und warm, dann wird das Weinjahr gut», fügt sie bei. Drei Viertel der Uerzliker Ernte ist Riesling x Sylvaner, ein Viertel Blauburgunder. In einem guten Jahr gibts gesamthaft 1500 Flaschen, die unter anderem dem Kloster Kappel, dem Denner-Satellit in Kappel und an Privatkundschaft verkauft werden. Bekannt ist die Familie Leuthold auch für die Produktion zahlreicher Schnapssorten.

Reben sind arbeitsintensiv
Ein Rebgut erfordert in jeder Jahreszeit intensiven Einsatz. Edwin Marty und seine Crew haben in diesem Jahr gesamthaft bereits etwa 1500 Arbeitsstunden investiert. Im Januar/Februar stehen Schneidarbeiten an, im März und April wurden neue Pfähle gesetzt und Neubepflanzungen vorgenommen. Ende April und im Mai, wenn die Knospen treiben, muss gespritzt werden. Ende Mai steht das Anbinden an. Von Bedeutung sind auch die derzeitigen Laubarbeiten, in die in Knonau rund 100 Stunden investiert werden müssen. Damit die Beeren schneller austrocknen und mehr Licht erhalten, muss entlaubt werden. «Die Beeren müssen bis 11 Uhr trocken sein», sagt Marty. Nach den Laubarbeiten werden die Stöcke mit Vogelnetzen gegen gefrässiges Federvieh geschützt.

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