Autotuner Würenlos
Diskussion um Wegweisungen

Die Polizei rechtfertigt ihr Durchgreifen bei der Raststätte Würenlos. Es gehe darum, Ruhe und Ordnung herzustellen. Mit Rayonverbot bestrafte Tuner meinen hingegen, es habe die falschen getroffen.

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Schalngestehen beim Fressbalken

Schalngestehen beim Fressbalken

Aargauer Zeitung

Michael Spillmann

Die Emotionen in der Autotuning-Szene gehen nach der Grosskontrolle der Polizei bei der Würenloser Autobahnraststätte hoch - auch im Internet. In Tuning-Foren oder auf Youtube teilen Tuning-Begeisterte und -Kritiker zum Teil wüste Beschimpfungen aus.

Heiss diskutiertes Thema sind auch die 51 verhängten Wegweisungen, die den Autotunern ein Platzverbot für 20 Tage aufbrummt. Auch die Polizei nimmt die Beiträge im Internet zur Kenntnis. «Es wird diskutiert, dass die Wegweisungen die falschen Autofahrer getroffen haben», sagt Kantonspolizei-Sprecher Max Suter.

Bereits während der Kontrolle in der Nacht auf vergangenen Sonntag beschwerten sich Autotuner (von 230 kontrollierten Autofahrern erhielten 51 eine Wegweisungsverfügung) über den Einsatz der Polizei. Man habe «nur schöne Autos anschauen» oder «schnell auf dem Heimweg von der Disco ein Red Bull trinken» wollen.

«Nicht die Falschen weggewiesen»

Die Kantonspolizei lässt sich davon nicht beeindrucken und steht zur harten Vorgehensweise. Max Suter: «Wir haben gewiss nicht die Falschen weggewiesen.» Soll heissen: Autofahrer, die mit einem aufgemotzten Boliden angefahren kamen und dazu bei der Kontrolle keinen plausiblen Grund für ihr Erscheinen angeben konnten oder sogar zugaben, dass sie bereits früher ein Autotuning-Treffen in Würenlos besucht hatten, erhielten ein Rayonverbot für das Raststättenareal. Autotuner mit Thurgauer oder Zürcher Kontrollschildern, die auf der A1 in Richtung Bern «auf dem Heimweg» waren, hatten so meist einen schweren Stand.

«Ruhe und Ordnung»

Während es in den letzten Wochen auf dem «Fressbalken»-Areal immer gefährlichere Fahrmanöver gab, beschränkten sich die Autotuner während der Anfängen auf das Präsentieren ihrer aufgemotzten Fahrzeuge.

Für die Polizei macht das keinen Unterschied: «Es geht um Wiederherstellung und die nachhaltige Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung auf der A1 und der Raststätte Würenlos», erläutert Kapo-Sprecher Max Suter. Und weiter: «Es gibt keinen Grund, dort einen Autotuning-Treff zu veranstalten - schon gar nicht mitten in der Nacht.»

Aber auch die Kantonspolizisten wissen: Die grosse Tuning-Szene beim Würenloser «Fressbalken» lässt sich nicht nur mit einer Grosskontrolle vertreiben. «Es ist nicht zu Ende», sagte ein Autotuner am Samstag zur MZ. Die Polizei plant deswegen bereits weitere Kontrollen. Wer sich trotz Rayonverbot auf dem Areal aufhält, wird angezeigt und gebüsst.