Familienzentrum

Die Krise kommt ohne Voranmeldung

Das Team: Peter Wiederkehr, Stellenleiter JFB, Priska Kaufmann, Vreni Schuler, Sonja Hilfiker, Brigitte Lienhard, Doris Streit, Cornelia Kuster, Brigitte Hurst, Karin Moos und Heidi Baumgartner im neuen Familienzentrum in Muri. (ES)

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Das Team: Peter Wiederkehr, Stellenleiter JFB, Priska Kaufmann, Vreni Schuler, Sonja Hilfiker, Brigitte Lienhard, Doris Streit, Cornelia Kuster, Brigitte Hurst, Karin Moos und Heidi Baumgartner im neuen Familienzentrum in Muri. (ES)

Menschen, denen die Decke auf den Kopf fällt, haben in Muri ab Januar neu eine zentrale Anlaufstelle: Im Familienzentrum gibt es zu bestimmten Zeiten Beratung ohne Voranmeldung.

Eddy Schambron

Eine Vision wird Wirklichkeit: Mütter- und Väterberatung sowie die Jugend-, Ehe- und Familienberatung des Bezirks Muri führen gemeinsam neu ein Familienzentrum. Wer Hilfe sucht, kann dies zu bestimmten Zeiten ohne Voranmeldung tun.

«Das Team der Jugend-, Ehe- und Familienberatung weiss aus Erfahrung, dass sich eine Situation so zuspitzen kann, dass einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht», stellen Cornelia Kuster Kaufmann und Kari Gmür fest. Sie präsidieren den Verein Familienberatung Bezirk Muri. In seinem solchen Fall sei es gut zu wissen, dass es nicht nur Nachbarn und Verwandte gibt, sondern auch eine Stelle, an die man sich in der Not ohne Terminvereinbarung wenden kann. «In unserem Familienzentrum wird man gehört, aufgefangen und kompetent beraten», betonen Kuster und Gmür. Manchmal reichen bereits ein heisser Kaffee und ein offenes Ohr, um wieder Fuss zu fassen. «Vorstand und Teams sind überzeugt, mit der Schaffung eines Familienzentrums in unserer schnelllebigen Zeit einen Raum zu bieten für Eltern, Erwachsene und Jugendliche, die bemüht sind, ihre Aufgaben und Ansprüche gut zu erfüllen, dabei aber auch einmal um Rat fragen können, damit sie sich wieder ihrer Stärken bewusst werden.» Rat finden die Hilfesuchenden bei Stellenleiter Peter Wiederkehr, diplomiertem Sozialarbeiter, bei Karin Moos Petersen und Brigitta Lienhard, Psychologinnen, und bei Heidi Baumgartner, Sekretariat und Tagesfamilienvermittlung.

Auch für Mütter und Väter

Während die Jugend-, Ehe- und Familienberatung von Montag bis Freitag zwischen 8 und 12 Uhr ohne Terminvereinbarung besucht werden kann, hält die Mütter- und Väterberatung ihre Tür jeden Freitag von 9 bis 11 Uhr ohne Anmeldung offen. Bis jetzt konnten Eltern ihre Kleinkinder auf Voranmeldung normalerweise einmal pro Monat in ihrer Gemeinde von einer Mütterberaterin untersuchen und sich beraten lassen.

Doch in den ersten Lebensmonaten entwickelt sich das Kind so rasant und es tauchen bei vielen Eltern Fragen auf, so- dass die Eltern nicht auf die tägliche Telefonstunde oder ihren Termin in der Beratungsstelle warten wollen. «Zwar müssen sie im Familienzentrum unter Umständen mit Wartezeiten rechnen, aber ganz so nebenbei - und nicht ganz unbeabsichtigt - bietet sich die Möglichkeit, andere Eltern in ähnlichen Lebensabschnitten zu treffen und sich auszutauschen», erklären Kuster und Gmür.

Ansprechpartnerinnen sind die Mütterberaterinnen Vreni Schuler, Doris Streit, Brigitte Hurst und die Pflegefachfrau Priska Kaufmann.

«Barriere» tief halten

Vielen Menschen falle es schwer, sich in einer Krise an eine soziale Institution zu wenden. Diese Barriere soll dank dem Verzicht auf eine Voranmeldung im Familienzentrum so tief wie möglich gehalten werden. Fachleute gehen nämlich davon aus, dass gerade in Krisenzeiten Eltern für Veränderungen offen sind.

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