Dem stillen Ort die Ehre erwiesen

Mit einem Festgottesdienst bei der Grotte und einem gemütlichen Beisammensein feierten viele Ramiswiler Gläubige das Jubiläum 75 Jahre Lourdes-Grotte. Den Gottesdienst hielt Pfarrer Andreas Zehnder, und der Kirchgemeindepräsident erzählte vom Werden und Sein dieses stillen Ortes.

Merken
Drucken
Teilen
Lourdes_dsc.jpg

Lourdes_dsc.jpg

Solothurner Zeitung

Hanspeter Vögtli

Lourdes-Grotte Ramiswil – Kleinod mit Anziehungskraft Der 15. August 1934 war für die Pfarrei Ramiswil ein grosser Tag. Nach vielen Monaten Fronarbeit wurde die Lourdes-Grotte im Tümmelgraben feierlich eingeweiht. Mit-Zelebrant war Kapuzinerpater Desiderius, der vorher Missionsarbeit in Ramiswil verrichtete. Der recht initiative Pfarrer Werner Liechti, von 1933 bis 1941 in der Ortspfarrei tätig, konnte die Gläubigen für den Bau dieser Muttergottesstätte begeistern. Besonders unterstützt wurde er vom damaligen Posthalter und Briefboten Josef Auf der Maur. Die beiden fanden den geeigneten Ort am Fusse des Passwangs, eine Viertelstunde von der Dorfstrasse entfernt, zu Fuss gut erreichbar auch für ältere Leute und an einem idyllischen Ort an einem Bach gelegen. Josef Auf der Maur erstellte die Pläne und übernahm die Bauführung. Die praktische Arbeit war Sache von Maurermeister Otto Dobler vom «Graben», seinem Sohn und - Luigi Botatti, besser bekannt als Passwanglouis. Die passenden Steine wurden von den Bauern mit Ross und Wagen zur Baustelle geführt. Alles geschah in Fronarbeit, und dies war und blieb immer so. Die Pflege der Grotte ist Ehrensache. Das zeigte sich besonders auch bei den Renovationen 1957 und 1983 bei den Zerstörungen durch die Unwetter in den Jahren 1985 und 1997. Ein Mann Namens Leo Bitterli aus dem Roderis von Nunningen schuf 1934 zudem die 14 Kreuzwegstationen. Sie wurden zum 50-Jahr-Jubiläum erneuert. Die Initianten sammelten über 20 000 Franken für das Ersetzen der gehauenen Steine. Die Geschichte der Grotte ist in der Dorfchronik «Das Guldental» (2008) und im Solothurner Kalender 2009 eingehend beschrieben. Noch immer hat das Kleinod im Tümmelgraben seine Anziehungskraft. (hvm)

Lourdes-Grotte Ramiswil – Kleinod mit Anziehungskraft Der 15. August 1934 war für die Pfarrei Ramiswil ein grosser Tag. Nach vielen Monaten Fronarbeit wurde die Lourdes-Grotte im Tümmelgraben feierlich eingeweiht. Mit-Zelebrant war Kapuzinerpater Desiderius, der vorher Missionsarbeit in Ramiswil verrichtete. Der recht initiative Pfarrer Werner Liechti, von 1933 bis 1941 in der Ortspfarrei tätig, konnte die Gläubigen für den Bau dieser Muttergottesstätte begeistern. Besonders unterstützt wurde er vom damaligen Posthalter und Briefboten Josef Auf der Maur. Die beiden fanden den geeigneten Ort am Fusse des Passwangs, eine Viertelstunde von der Dorfstrasse entfernt, zu Fuss gut erreichbar auch für ältere Leute und an einem idyllischen Ort an einem Bach gelegen. Josef Auf der Maur erstellte die Pläne und übernahm die Bauführung. Die praktische Arbeit war Sache von Maurermeister Otto Dobler vom «Graben», seinem Sohn und - Luigi Botatti, besser bekannt als Passwanglouis. Die passenden Steine wurden von den Bauern mit Ross und Wagen zur Baustelle geführt. Alles geschah in Fronarbeit, und dies war und blieb immer so. Die Pflege der Grotte ist Ehrensache. Das zeigte sich besonders auch bei den Renovationen 1957 und 1983 bei den Zerstörungen durch die Unwetter in den Jahren 1985 und 1997. Ein Mann Namens Leo Bitterli aus dem Roderis von Nunningen schuf 1934 zudem die 14 Kreuzwegstationen. Sie wurden zum 50-Jahr-Jubiläum erneuert. Die Initianten sammelten über 20 000 Franken für das Ersetzen der gehauenen Steine. Die Geschichte der Grotte ist in der Dorfchronik «Das Guldental» (2008) und im Solothurner Kalender 2009 eingehend beschrieben. Noch immer hat das Kleinod im Tümmelgraben seine Anziehungskraft. (hvm)

Solothurner Zeitung

Noch herrschte morgendliche Frische, als die Gottesdienstbesucher, vorab aus Ramiswil, im Tümmelgraben eintrafen. Die Muttergottesstätte, wie sie Chronist Max Walter nannte, war feierlich geschmückt und der Platz sauber hergerichtet worden. Kerzen gaben ein mattes Licht auf die Statuen im Felsenraum. Leise plätscherte das Bächlein und etwas lauter auf sich aufmerksam machte das über die bemoosten Steine fallende Wasser in der Grotte.

Die Muttergottesstatue erstrahlte in neuem Glanz und lud die Leute zur Besinnung, zum Beten und Feiern ein. Die Messe zelebrierte Pfarrer Andreas Zehnder. Der Holderbanker Pfarrer meinte zum Einstieg, dass er gerne nach Ramiswil zur Grotte gekommen sei. Der Ort habe die Ruhe und Natur in sich. Seine Art, diese Feierstunde zu gestalten, war ergreifend. Mit Andacht wurde dem Gottesdienst gefolgt. Der Priester brachte seine Lebenserfahrung in die Zeremonie ein - und seine Worte kamen an. Es gab auch Momente zum Schmunzeln. In der Predigt zeichnete er das Bild von Maria als Wegweiserin für ein friedliches, aktives Leben. Maria sei wirklich Weg weisend und nicht etwa wegweisend, war sein Gedankenspiel. Eingeflochten wurden auch Gedanken an den Wallfahrtsort in Lourdes und Marias Leben als Mutter von Jesus. Ein wenig schmunzelnd sprach er auch über die Stellung der Frau an der Kirche. Inzwischen stand die Sonne so hoch, dass sie abwechselnd Lichterspiele in die Grotte brachte.

Ohne Helfer gehts nicht

Daniela Probst, Mitglied der Liturgiegruppe Ramiswil, las im Gottesdienst die Fürbitten und der Kirchenchor unter der Leitung von Christa Haefely umrahmte den lebensnah gestalteten Gottesdienst. Die Lieder waren ausgerichtet auf Maria und den Himmelfahrtstag vom 15. August. Gesungen wurden unter anderem Lieder von U. Furrer, Johann Baptist Hilber und Marco Nussbaumer.

Den Einstieg in den Jubiläumsgottesdienst machte Kirchgemeindepräsident Herbert Brunner. Er berichtete Geschichtliches von der Idee der Schaffung der Grotte bis zum heutigen Stand (siehe nebenstehenden Text), und er war es auch, der am Schluss allen Helferinnen und Helfern danke sagte, besonders auch Pfarrer Andreas Zehnder, der sofort zum nächsten Gottesdienst fahren musste. Die Liste war lang.