Deal or No Deal

Deal or No Deal: «De Meier ruumt ab»

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Kurz vor dem Ableben der Sendung «Deal or No Deal» gewinnt der Aargauer Peter Meier als erster Kandidat den Höchstgewinn von 250 000 Franken. Wer ist dieser sympathische, eher unscheinbare Mann?

Sandra Kohler

Peter Meier, Brille, kurze braune Haare, 39 Jahre alt, Einzelkind und Single. Sympathisch, eher unscheinbar wirkt der Mann aus dem Freiamt. Doch er entpuppt sich als gnadenloser Zocker. Als erster Kandidat nimmt er den Hauptgewinn von 250 000 Franken aus der Sendung «Deal or No Deal» mit nach Hause. Und dies kurz bevor das Schweizer Fernsehen (SF) die Sendung durch eine andere ersetzt.

SF hat das Medieninteresse vorausgesehen und reagiert schnell. Presseanfragen werden vom Sender kanalisiert. Doch für Interviews hat der glückliche Gewinner Peter Meier gar keine Zeit. Er hat zwar frei, man erwischt ihn aber nicht. «Er ist den ganzen Tag an einem Familienanlass und nicht erreichbar», heisst es von Seiten SF. Eine kurze Stellungsnahme wird dann doch noch möglich.

Er musste seinen Gewinn geheim halten

Da die Sendung bereits am 27. Mai aufgezeichnet wurde, musste der Glückspilz seinen Gewinn geheim halten. Lediglich zwei Freunde und seinen Chef habe er eingeweiht. «Ich war froh, jemanden zum Reden zu haben. Es war schon heftig, wie angespannt ich in den letzten Tagen war», erzählt Meier.

Freunde und Verwandte hätten ihm nach der Ausstrahung der Sendung «Schlötterlig» verteilt, weil er so frech gespielt habe. «Eigentlich ging es mir in erster Linie gar nicht um die 250 000 Franken, sondern darum, das Spiel zu gewinnen. Und als allererster Kandidat habe ich dies nun geschafft - mit dem schönen Nebeneffekt von 250 000 Franken.» Auf dem Konto hat der Freiämter die Viertel Million aber noch nicht.

«In meinem Leben läuft momentan alles rund, ich war schon vor dem Gewinn sehr zufrieden», sagt Meier. Heiratsanträge habe er zwar noch keine erhalten, dafür viele positive Reaktionen. «Ich war bisher nur kurz zu Hause. Im Dorf haben mich dann aber ein paar Schulkinder angesprochen.» Die Männer aus seiner Turngruppe werden wohl auch gesagt haben: «De Meier ruumt ab.»

Keine Anzeichen von Nervosität

Das sahen die Zuschauern gestern im TV: Als Kandidat Nummer Sechs steht Meier am Pult und schlägt sich erfolgreich durch die erste Runde. Am Zahlenbaum wählt der gelernte Buchbinder die zwei richtigen Tafeln und erreicht mit 39 Punkten das Finale. Alles läuft reibungslos. Und wieder taucht die Zahl Sechs auf. «Ich bin Kandidat Nummer Sechs und entscheide mich auch wieder für den Koffer Nummer Sechs», begründet Meier seine Wahl.

Schlag auf Schlag, ohne sichtliche Nervosität und mit grosser Zielstrebigkeit wählt er im Laufe der Sendung die Koffer aus. Dies fällt denn auch dem Moderator Roman Kilchsperger auf: «Du willst wohl möglichst schnell mit dem Geld wieder zurück nach Oberrüti.» Dort hat sich Peter Meier vor kurzem eine 4,5-Zimmerwohnung gekauft.

«Ich bin froh, wenn in meinem Koffer etwas Geld drin ist, schliesslich muss ich der Bank auch wieder etwas zurückzahlen und Möbel brauche ich auch noch einige», sagt er - immer noch ohne einzigen Schweisstropfen auf der Stirn.

125 000 waren ihm nicht genug

Die Bank bietet dem Hobbykoch und begeisterten Biker immer mehr Geld. Doch Meier denkt nicht ans Aufhören. Selbst sein «Müeti», die ihn in die Sendung begleitet hatte,  stösst bei ihrem Sohnemann mit ihren flehenden Worten auf taube Ohren. Als der Koffer mit den 150 000 Franken geöffnet wird, meint er cool: «Die 150 000 müssen weg, wenn ich die 250 000 Franken will.»

Der Produktionsleiter bei einer Firma für Kommunikationsdienstleistungen scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Selbst als ihm 125 000 Franken von der Bank geboten werden und ihm der Absturz auf 10 000 Franken droht, entscheidet er sich für «No Deal». Die richtige Entscheidung: In seinem Koffer Nummer Sechs ist die Viertel Million versteckt. «Ich wollte nie Peter Meier heissten», sagt Moderator Roman Kilchsperger und fügt hinzu: «doch jetzt überlege ich mir das noch einmal.»

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