ARA Maschwanden
Das Maschwander Abwasser fliesst jetzt nach Obfelden

Der von den Gemeindeversammlungen 2009 befürwortete Anschluss der ARA Maschwanden in Obfelden ist perfekt: Das Abwasser fliesst durch ein Druckrohr zuerst zur Deponie Tambrig, dann in der Deponieleitung in die Obfelder Kläranlage.

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Das Maschwander Abwasser fliesst jetzt nach Obfelden

Das Maschwander Abwasser fliesst jetzt nach Obfelden

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Im Rahmen eines Apéros besichtigten Behördenvertreter und beteiligte Firmen das Werk. Die Maschwander Kläranlage wurde 1977 erbaut und 1997 erstmals saniert. Im Jahr 2005 erreichten die Einwohnergleichwerte eine kritische Grenze. Das veranlasste den Gemeinderat, Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten. Die bestehende Anlage ausbauen oder einen Anschluss in Obfelden anstreben? Weil die Anlage im Naturschutzgebiet liegt, strebte die Behörde einen Anschluss in Obfelden an. «Eindeutig die bessere Variante», wie Jörg Benz von der ausführenden Hunziker Betatech AG ausführte. Die Gemeindeversammlungen stimmten dem Anschluss 2009 mit grossen Mehrheiten zu; Maschwanden bewilligte einen Kredit von 3,05 Mio. Franken. Die effektiven Kosten belaufen sich auf 2,8 Mio. Franken, inklusiv Einkaufssumme in Obfelden.
Der Maschwander Tiefbauvorstand Ruedi Bühler lieferte Details zur Baugeschichte, die mit dem Spatenstich am 13. Januar 2010 begann. Wegen der unbeständigen Witterung kam es beim Bau der Leitung zu einigen Unterbrüchen; nasser Humus durfte vorerst nicht ausgehoben werden. Die von einem Geologen überwachten Arbeiten konnten jedoch ohne Verzögerungen abgeschlossen werden. Die 2,5 km lange Leitung zur Deponie Tambrig ist seit Anfang Mai in Betrieb; auf dem nachfolgenden, 1,5 km langen Abschnitt wird die bestehende Deponieleitung zur Kläranlage in Obfelden mitbenützt.

Umbauarbeiten bis Juli 2010
Während das Abwasser nun mit zwei Pumpen nach Obfelden transportiert wird, sind die Umbauarbeiten in der Kläranlage noch im Gang; sie werden, wie Ruedi Bühler ausführte, bis im Juli abgeschlossen. Die vorhandene Bausubstanz wird dort erhalten und mittels Betonsanierung instand gestellt. Abgesehen von kleinen Anpassungen wird die Regenwasserbehandlung im bestehenden Becken unverändert belassen. Das ehemalige Belüftungsbecken wird künftig als Havariebecken und das Nachklärbecken als Lagerraum umgenutzt. «Die Steuerung und Überwachung ist auch von der ARA Obfelden aus möglich», sagte Ruedi Bühler.
Der Obfelder Werkvorstand Martin Heusser, der die Besichtigungsteilnehmer hernach in der ARA Obfelden empfing, sprach von einem gelungenen Werk, bei dem es nur Gewinner gibt: die Natur, weil nur Pumpwerk statt Reinigungsanlage im Natur- und Grundwasserschutzgebiet liegt. Zudem wird das Abwasser aus Maschwanden der technisch besser ausgerüsteten Anlage in Obfelden zugeführt. «Wir haben eine höhere Leistung und grössere Betriebssicherheit». Für Maschwanden sei das auch aus Kostengründen die optimale Lösung, an der sich der Kanton finanziell beteilige. Und zu guter Letzt könne Obfelden durch die bessere Auslastung der Anlage Kosten sparen, weil sich Maschwanden an den Betriebskosten und an künftigen Investitionen beteilige. Heusser unterstrich - wie sein Maschwander Amtskollege - die gute Zusammenarbeit der Beteiligten.

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