Das Duell der Einkaufszentren

Drei Tage vor der Eröffnung der Stücki wurde das Siegerprojekt der Erlenmatt-Galerie vorgestellt. Die beiden Einkaufszentren sehen sich nicht als direkte Konkurrenz.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Andreas Maurer

Die Basler entscheiden den Architekturwettbewerb für sich: Das Basler Büro Miller & Maranta wird die Erlenmatt-Galerie erstellen. Ende Januar lagen die Lausanner vorne: Das Projekt des welschen Architekturbüros Richter et Dahl Rocha wurde mit dem ersten Platz prämiert. Gleichzeitig erhielten aber auch die zweitplatzierten Basler den Auftrag, ihr Vorhaben weiterzuentwickeln.

Die Herkunft der Architekturbüros war bei der Auswahl nicht von Bedeutung. «In der Jury war nur eine Minderheit aus Basel», erklärt dies Dominique Mollet, Sprecher von Vivico. Diese Firma realisiert die Erlenmatt-Galerie gemeinsam mit dem Unternehmen Multi Development Switzerland und dem Kanton Basel-Stadt.

Mit dem Projekt von Miller & Maranta wurden die auffälligeren, expressiveren Pläne gewählt. Gegenüber der kargen Glasfassade des Lausanner Vorhabens weist das Siegerprojekt mehr Strukturen auf. In den Beton werden gelbliche Pigment- und Metallteile gemischt. Je nach Tageslicht soll der Betonbau unterschiedlich wirken.

Stücki Shopping Basel

Das grösste Einkaufszentrum der Nordwestschweiz beherbergt 120 Geschäfte auf 32 000 Quadratmetern. Das kleinste Geschäft belegt 25 Quadratmeter, die beiden grössten (Migros und Saturn) je über 5000. Die Planer des Einkaufszentrums sehen einen Bezug zur einstigen Stückfärberei: Der hohe Anteil des Modebereichs von rund 43 Prozent nehme Bezug darauf, erklärt Center Manager Jan Tanner. Das Parkhaus umfasst 825 Parkplätze. Pro Tag sind höchstens 8000 Zu- und Wegfahrten vorgesehen. (öpf)

Erlenmatt Galerie

Auf 27 000 Quadratmetern sollen Einzelhandel, Gastronomie und Freizeitflächen eingerichtet werden. Der Hauptmieter steht bereits fest: Das Textilhaus Peek & Cloppenbrug hat 6000 Quadratmeter gebucht. Daneben sollen viele kleine Boutiquen und ein Grossverteiler einziehen. Auch ein Hotel mit über 200 Zimmern und eine Tiefgarage mit 600 Plätzen sind geplant. Das Parkhaus wird keine Ausfahrt Richtung Badischer Bahnhof oder Claraplatz haben. Dadurch soll der Verkehr von der Innenstadt ferngehalten werden. (öpf)

Der Basler Kantonsbaumeister Fritz Schumacher begründet den Entscheid der Jury: «Das Projekt vermittelt einen sehr gut proportionierten Bau, der die Anforderungen an einen neuen, markanten Stadtbaustein gut einlösen kann.» Das grosszügig geöffnete Erdgeschoss liefere ein ausgewogenes Verhältnis von Massivität und Transparenz.

Nur einen Kilometer Luftlinie von der Erlenmatt entfernt öffnet am Donnerstag mit der Stücki das grösste Einkaufszentrum der Nordwestschweiz. Mollet sieht dies nicht als direkte Konkurrenz: «Die Erlenmatt-Galerie ist im Gegensatz zur Stücki ein Quartiereinkaufszentrum: Hier kommt man nicht nur für den Grosseinkauf vorbei.» So werde die Erlenmatt-Galerie eher kleinteilig und keine grossen Fachmärkte beherbergen.

Als zweiten Unterschied nennt er die Lage: «Die Erlenmatt ist näher an die Stadt angebunden: Zu Fuss ist man in zehn Minuten im Kleinbasel. Bis Riehen und hin zum Rhein hat es kein weiteres Einkaufszentrum.»

Bauverzögerung freut die Konkurrenz

Der Baubeginn der Erlenmatt-Galerie hat sich um mehr als ein Jahr verzögert: Unterdessen ist er für Mitte 2010 geplant. Zwei Jahre danach soll eröffnet werden. «Die Planung mag von aussen als etwas schwerfällig erscheinen. Das ist bei Grossprojekten aber normal», meint Mollet. Dass die Stücki bereits am Donnerstag die Eröffnung feiert, sieht er nicht als Nachteil. Wichtig sei, dass man sich durch das Angebot unterscheide.

Jan Tanner, Center Manager der Stücki, sieht den Zeitvorsprung hingegen als grossen Vorteil seines Einkaufszentrums. Zu den weiteren Unterschieden der beiden Zentren will er sich jedoch nicht äussern. Er sagt nur: «Der Wettbewerb wird zum grossen Vorteil der Kundschaft.» Er ist überzeugt, dass Basel einen weiteren Einkaufstempel benötigt: «Das Stücki Shopping Basel ist das erste Basler Shoppingcenter, das als zentral konzipierter Komplex geplant und gebaut wurde und ausschliesslich das Shopping-Erlebnis verkörpert. Darum hat es noch Platz für gute Konzepte.»

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