«Christbäume müssen makellos sein – und möglichst dauerhaft»

Christbäume stammen nicht aus dem tiefen Wald, sondern werden in Monokulturen angepflanzt. Die Birmensdorfer Holzkorporation bringt die Bäume schön zurechtgemacht zum Verkauf.

Drucken
Teilen
Christbaum

Christbaum

Bezirks-Anzeiger Dietikon

Thomas Pfann

Wer hätte das gedacht. Christbäume kann man einfrieren, bei Gebrauch aus dem Kältefach nehmen und Weihnachten feiern. Tatsächlich ist die Nachfrage nach Christbäumen so gross, dass nicht genug heimische Tännchen nicht genug auf dem Markt sind und die Bäumchen importiert werden - vornehmlich aus dem Norden, Dänemark zum Beispiel. «Die Tannenbäume werden Ende Oktober geschnitten und dann kühl gestellt», sagt Stefan Gut, Vizepräsident der Holzkorporation Birmensdorf.

Haben die Importeure mit der Kühlhaltetechnik den lokalen Christbaum-Markt kalt gestellt? Gut winkt ab: «Das Verlangen nach dem Weihnachtsbaum ist gestiegen - und mit ihm auch der Anspruch an makellose Nadelpracht.» Darum floriert der Christbaum-Verkauf aus der Region nach wie vor. Einfach ist das Geschäft allerdings nicht, betont der Landwirt vom Birmensdorfer Hafnerberg, weil die Konkurrenz niemals schläft. Und anstrengend ist die Sache obendrein, die Bäume kommen schliesslich nicht von selber zum Verkaufsstand.

Das Baum-Business hat sich gewandelt und neue Strukturen hervorgerufen, was Anbau, Pflege, Schnitt und Verkauf anbelangt. «Bis vor etwa zehn Jahren hat man die Christbäume aus den eigenen Wäldern geschnitten. Heute stammen sie aus Monokulturen, wo ein Baum dem andern gleicht», sagt Gut. Diese Christbaum-Siedlungen stehen irgendwo auf dem Feld, nahe des Waldrandes oder neben der Autobahneinfahrt Urdorf-Süd. «Auf Waldboden ist es gesetzlich verboten, solche Christbaum-Kulturen anzubauen, darum stehen die Kulturen auf Landwirtschaftsgelände.

Die Holzkorporation Birmensdorf bezieht ihre Bäume aus Pflanzungen in Urdorf, Arni, Aesch und Bremgarten. Aus Birmensdorfer Wäldern kommen die Christbäume also nicht - und trotzdem haben sie viel mit der Gemeinde zu tun.

Die Korporation kümmert sich schon lange um den Verkauf von Weihnachtsbäumen. Der Aufwand wird per Stundenlohn berechnet und umfasst das Auswählen der Bäume einem gelegentlichen Schnitt, Transport, Aufbereiten und Binden und natürlich den Verkauf. Und die Holzkorporation trägt das Risiko und muss die Christbäume schon früh bestellen, damit sie vor Heiligabend bereit stehen. Das Sortiment beinhaltet drei Baumsorten: 300 Nordmanntannen für 40 Franken, 80 Rottannen für 15 Franken und rund zwanzig Blautannen für 40 Franken stehen dieses Jahr zum Verkauf bereit. Die Preise verstehen sich pro Meter und nicht pro Baum. Gemessen wird übrigens nicht bis zur obersten Spitze, sondern vom Stamm bis zum letzten Astkranz, welchen man nach oben drückt. Etwas kompliziert, aber korrekt.

Etwas kompliziert ist auch die Kundschaft geworden. «Die Christbäume müssen heute makellos sein. Ohne krumme Äste, kerzengerade und möglichst dauerhaft, damit keine Nadel auf den Boden fällt», erzählt Gut.

Bis anhin verkaufte die Holzkorporation jeweils 50 Bäume pro Tag während rund zehn Tagen. Zwecks Baumkauf mussten Birmensdorferinnen und Birmensdorfer hinauf zur Waldhütte Ettenberg. In diesem Jahr kommen die Bäume hinunter zu den Leuten, mitten ins Dorfzentrum. Der Birmensdorfer Christbaum-Verkauf auf dem Wüeriplatz dauert bis zum 24. Dezember.

Aktuelle Nachrichten