Autozulieferer

Buchser Autozulieferer klagt: «Niemand will sich mehr die Hände schmutzig machen»

Es könnte so schön sein: Die Auftragslage beim Autozulieferer Hischier ist gut wie selten. Ausgerechnet jetzt fehlen ihm Arbeiter - vor allem motivierte und flinke. Auf dem RAV Suhr zeigt man dafür wenig Verständnis.

Deborah Balmer

Die Hischier Auto AG in Buchs hat überall zugelegt: Der Betrieb, der Kundenkreis und das Arbeitsvolumen wachsen. Und eigentlich sollte auch der Personalbestand wachsen. Sollte.

Gerhard Hischier ist verzweifelt: «Ich habe überall nach motivierten Arbeitskräften gesucht, über Inserate und Temporärbüros. Für die Produktion brauchen wir dringend ungelernte Leute.» Der Betrieb mit derzeit 25 Angestellten bereitet Klimakompressoren für BMW und andere bekannte Automarken auf, liefert Kompressoren bis nach China.

Kopfweh am Montag

Von total 24 Angestellten, die temporär für Hischier gearbeitet haben, hat er bisher nur 3 fest angestellt. «Mit den anderen war ich einfach nicht zufrieden, entweder sind sie nicht regelmässig zur Arbeit erschienen, waren frech oder nicht schnell genug.» Viele junge Angestellte würden nicht selten am Montag über Kopfschmerzen klagen und beim kleinsten Unwohlsein gleich nach Hause gehen. Andere würden, sobald sie drei Schrauben anziehen könnten, gleich einen Lohn von 5000 Franken verlangen. Was er sucht, sind Leute, die nicht zwei linke Hände haben und Motivation zeigen. Zehn Leute braucht er in nächster Zeit.

Der Leiter des RAV Suhr, Bruno Graf, weiss aus Erfahrung, dass ungelernte Arbeitskräfte zum Teil unzuverlässiger sind als gelernte. Trotzdem kann er sich nicht vorstellen, dass es schwierig ist, gute Leute zu finden. Immerhin sind gut die Hälfte der RAV-Gänger ungelernt. «Schwierig ist es höchstens, wenn ein Betrieb starke Einschränkungen macht», so Graf.

Hierzulande produzieren

Tatsächlich verlangt Hischier, dass seine Mitarbeiter gut Deutsch sprechen. «Sonst verstehen sie die schriftlichen Arbeitsanweisungen nicht.» Und er stellt nur junge Leute an.

Bruno Graf gibt zu bedenken, dass wir in der Schweiz eine Ausbildungsquote von 90 Prozent haben. «Viele wollen da nicht als Hilfsarbeiter arbeiten.» Genau das stört Hischier: «Es will sich einfach niemand mehr die Hände schmutzig machen. Dabei ist es doch wichtig, dass Betriebe noch hierzulande produzieren.»

Meistgesehen

Artboard 1