Ölteppich

BP kämpft mit giftiger Chemikalie gegen den Ölteppich

Der Ölteppich wird immer grösser

Der Ölteppich wird immer grösser

Am Donnerstag hat ein erster dünner Ölteppich die Küste erreicht. Derweil hat BP rund eine Million Liter einer Chemikalie ins Meer geschüttet, die das auslaufende Öl der Bohrinsel «Deepwater Horizon» zersetzen soll. Einige Forscher sagen: Die Chemikalie ist giftiger als das Öl selbst.

Corexit heisst die vermeintliche Wunderwaffe im Kampf gegen den Ölteppich vor der Küste von Louisiana. Die Chemikalie soll das ausgelaufene Öl zersetzen und so verhindern, dass Tiere und Pflanzen an der Küste zerstört werden. Die Methode bereitet Umweltschützern Sorgen. Hergestellt wird der Stoff vom US-Chemiekonzern Nalco. Das Rezept ist geheim.

Das Zersetzungsmittel trennt das Öl in winzige, biologisch abbaubare Tröpfchen, die zu Boden sinken. Doch keiner weiss, ob und wie sich Corexit auf das Ökosystem der Tiefsee auswirkt. «Die Mischung hat eine chemische Toxizität, die auf viele Weise schlimmer ist als das Öl» warnt Meeresbiologe Richard Center auf «Spiegel-Online.de». Die Küste könnte verschont werden, dafür wird die Unterwasserwelt gefährdet.

Manche der Lösungsmittel seien «giftiger als das Öl selbst», sagt Umweltforscher Terry Hazen. Es bestehe die Gefahr, dass Fische, Korallen, Krabben, Austern und andere Seetiere von den Chemikalien angegriffen würden. Es gebe zu wenig Informationen über die Wirkung.

Corexit ist in Grossbritannien seit zehn Jahren verboten. Gemäss den Angaben von BP wurden im Golf von Mexiko bisher rund eine Million Liter Corexit eingesetzt. Der Stoff wurde aus Flugzeugen gekippt und direkt in die Lecks gepumpt. Nun wurde der Einsatz vorübergehend gestoppt. (skh)

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