Wangen

Aus Fremden werden Freunde

Ängste abbauen: Was tun, wenn man einem Hund begegnet? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten die Kinder im Kurs «Kind und Hund». (Bild: leu)

Kind und Hund

Ängste abbauen: Was tun, wenn man einem Hund begegnet? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten die Kinder im Kurs «Kind und Hund». (Bild: leu)

Angst vor Hunden muss nicht sein. In Wangen a/A werden in diesen Tagen 50 Kindergärteler mit Hunden vertraut gemacht. Im Einverständnis mit den Eltern hat gestern ein Teil der Kinder den Umgang mit den Tieren gelernt und dabei deutlich Ängste abgebaut.

Armin Leuenberger

Sieben Hundeführerinnen und Hundeführer haben gestern Mittwoch in einer zweiteiligen Lektion im Schulhaus von Wangen a/A die ersten 22 Kindergärteler in das Verhalten bei der Begegnung mit Hunden eingeweiht. Dies geschieht im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit von «Kind und Hund». Dabei ist es den Ausbildnern - darunter mit Sabine Heiniger (Wangen a/A) und Sandra Maier (Lotzwil) auch zwei aus unserer Region - sichtlich gelungen, bei den Kleinen erste Ängste abzubauen.

Eine sehr gefragte Sache

Im Jahre 2003 wurde das Projekt «Kind und Hund» ins Leben gerufen. Die ersten Einsätze fanden bereits 2004 statt - und im vergangenen Jahr waren es über 200 allein im Kanton Bern. Die Nachfrage halte auch zurzeit unvermindert an, sagte Projektleiter Renzo Bauen anlässlich des ersten Kurstages in Wangen a/A.

Gegenwärtig arbeiten 24 Teams im Projekt mit. Mittels Fragebögen werden die Eltern der Schüler - vom Kindergartenalter bis zu Viertklässlern - über das Projekt informiert. Sie können sich dazu entsprechend äussern. Zusammen mit der Lehrerschaft werden danach die Kurse in die Wege geleitet.

Das Ganze ist eine Präventionskampagne und Dienstleistung der Interessengemeinschaft kynologischer Organisationen im Kanton Bern und angrenzender Gebiete (IGKO). Die Ziele von «Kind und Hund» sind klar definiert.

«Angst vor Hunden abbauen, Respekt aufbauen, Bissunfälle mit Kindern verhüten und richtiges Verhalten im Umgang mit Hunden üben», nannte Kursleiter Renzo Bauen diese Ziele. m gestrigen ersten Kurstag war unverkennbar, dass die Arbeit der «Hündeler» bei den Kleinen viel Freude und Begeisterung auslöste. Die gesteckten Ziele wurden jedenfalls erreicht.

Arbeit in Gruppen

Aufgrund der eingegangenen Fragebögen der Eltern wurden nach der Theorielektion kleine Gruppen gebildet - von Kids mit grosser Angst vor Hunden bis hin zu einem Mädchen, das stolz verkündete «wir haben zwölf Schlittenhunde daheim», war alles vertreten.

Danach ging es ab ins Freie. Hier arbeiteten die Hundeführer mit den Kids an diversen Posten. Man zeigte ihnen, wie man sich verhalten soll, wenn zahlreiche Hunde einen Spazierweg bevölkern oder wie Hunde reagieren, wenn sich Kinder raufen.

Wie könnte «Farolo», der grossgewachsene Hovowart (altdeutscher Hofhund) von Sandra Maier, reagieren, wenn er einem Kind mit einem Sandwich in der Hand begegnet - und wie verhält sich dieses Kind dabei am besten?

Als dann der sechsjährige Leandro Rudin aufgefordert wurde, mit Canaan Dog «Tamira» - einem israelischen Wüstenhund von Peter Gehri - an der Leine zu laufen, verliess den sonst aufgeweckten Kindergärteler plötzlich der Mut.

Weil die dem Schweizerischen Therapiehundeteam angehörende Kindergärtnerin Ruth Jenny einen ausgebildeten Schäferhund besitzt, hatten einige der Kids mit diesem bereits vorher Kontakt geknüpft. Dies war denn auch ein klarer Vorteil, den man diesen Kindern sehr gut anmerkte.

Ein zweiter Kurs mit erneut 28 Kindergärtelern findet am übernächsten Samstag, 16. Mai, wiederum im Singsaal des Schulhauses Wangen a/A statt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1