Ämtler Arbeitgeber übernehmen soziale Verantwortung

Das Sozialtherapeutisches Wohnheim Central, ein Angebot des Sozialdienstes des Bezirks Affoltern konnte mit 16 Ämtler Arbeitgebern eine Kooperationsvereinbarung abschliessen. Ab April 2010 erhalten damit erwachsene Männer und Frauen mit psychischer Beeinträchtigung und IV-Rente die Chance auf stundenweise Beschäftigung. Das Angebot gilt unter den gleichen Voraussetzungen auch für Nicht-Bewohner des Wohnheims.

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Alexander Koerdt und Ursi Iseli

Alexander Koerdt und Ursi Iseli

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Ursi Iseli, Projektleiterin, und Alexander Koerdt, Leiter des Wohnheims Central, sind hoch erfreut, stolz und sehr zuversichtlich. Mit nicht weniger als 16 Arbeitgebern im Bezirk Affoltern haben sie eine Zusammenarbeitsvereinbarung abschliessen können, die erwachsenen Männern und Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen ab April 2010 die Chance auf stundenweise Beschäftigung ermöglicht. „Wir sind sehr froh, dass so viele Ämtler Arbeitgeber soziale Verantwortung übernehmen. Unser Kompliment gilt allen, die sich für psychisch beeinträchtigte Menschen engagieren und in unserem Beschäftigungsprogramm mitmachen.

Auch für Nicht-Bewohner

Ziel des Programms, das eine halbjährige Pilotphase erfolgreich hinter sich hat, ist primär die Beschäftigung der psychisch behinderten Bewohnerinnen und Bewohner des sozialtherapeutischen Wohnheims Central in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes im Bezirk Affoltern. Das grosse Engagement der Ämtler Arbeitgeber übersteigt nun aber die Nachfrage aus dem Wohnheim, weshalb Koerdt und Iseli nun das Beschäftigungsprogramm auch ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ebenso Nicht-Bewohnern des Wohnheims anbieten können. „Wir sind offen für Anfragen von IV-Rentnerinnen und Rentnern mit psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen, die eine Tagesstruktur mit Beschäftigung benötigen. Sie können sich bei uns im Wohnheim Central melden."

Das Programm bietet die Chance auf stundenweise Arbeit, die den Qualifikationen der Personen entspricht. Es geht dabei um reine Beschäftigung, mit der Lebenssinn vermittelt wird, und nicht um eine berufliche Reintegrationsmassnahme.

Keine Mehrarbeit - Mehrwert für Arbeitgeber

Das Engagement der Arbeitgeber wird belohnt, das Programm bringt für die Kooperationspartner des Wohnheims Central weder Kosten noch Mehrarbeit. „Wir entlasten die Arbeitgeber komplett von administrativen Arbeiten, die im Zusammenhang mit der Beschäftigung der von uns vermittelten psychisch angeschlagenen Männern und Frauen entstehen», hält Koerdt fest. Im Gegenteil, den Arbeitgebern garantiert die Kooperationsvereinbarung gar Mehrwert, indem alle Betriebe, welche die Kooperation mit dem Wohnheim eingehen, auch in der Begleitung gecoacht werden. Dieses Coaching kommt letztendlich allen Betriebsmitarbeitern zugute.

Die Entlöhnung der Beschäftigten im vom Kanton finanzierten Programm erfolgt, in Absprache mit der Vormundschaftsbehörde oder der Beistandschaft durch das Wohnheim und wird mit allfälligen Zusatzleistungen verrechnet. Diese Entlöhnung ist „leistungsabhängig" und wird in einem Beschäftigungsvertrag geregelt. Unter „Leistungsabhängigkeit" wird dabei die Präsenz am Beschäftigungsplatz verstanden. Konstante und regelmässige Präsenz wird höher entlöhnt als Unregelmässigkeiten mit häufigen Fehlzeiten.

Gezielte Unterstützung

Selbstredend versprechen die Projektleiterin und der Heimleiter beidseitig sorgfältige Evaluation der Arbeitsplätze und des Arbeitsumfeldes sowie die sorgsame Abwägung und Auswahl der Beschäftigten. „Wir wollen den Menschen im Beschäftigungsprogramm persönliche Kompetenz und damit Zufriedenheit und Lebensfreude vermitteln, weshalb wir speziell darauf achten, dass eine Integration der Beschäftigten in den Betrieb stattfinden kann. Diese Integration wird sich daran messen lassen, ob sich der Beschäftigte im Betrieb akzeptiert fühlt, er motiviert ist und seine ‚Kollegen' ihn gerne beschäftigen."

Dazu erhalten die Kooperationspartner und ihre Mitarbeitenden eine gezielte Unterstützung durch die Fachleute des Wohnheims Central. Jene Mitarbeitenden, die in jedem Betrieb als Bezugsperson gegenüber dem Wohnheim und der beschäftigten Person fungieren, werden entsprechend vom Wohnheim gecoacht. Ziel dieses Coachings ist es, die Belastungsfähigkeit der Betriebe bei besonders auffälligen oder störenden Verhaltensweisen der beschäftigten Person zu erhalten.