Abkrobatikflieger
Akrobatikflieger nerven, aber beschweren tut sich keiner

Ohne Immatrikulationsnummer kann tatsächlich nichts gegen fehlbare Akrobatik-Piloten gemacht werden.

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Akrobatikflieger

Akrobatikflieger

Aargauer Zeitung

Lilly-Anne Brugger
«Das ist doch ein Hohn», sagt Alfred Suter aus Möhlin, «wie soll man an einem fliegenden Flugzeug die Immatrikulationsnummer ablesen können?» Diese Frage stellte sich wohl der eine oder andere Fricktaler, nachdem er den Ratschlag von Urs Hellenbrandt vom Flugplatz Birrfeld in Lupfig gelesen hat (AZ vom 26. August). Obwohl die Luftakrobaten für viele Fricktaler zu tief fliegen: Mit blossem Auge kann die am Flugzeug aufgemalte Nummer, vergleichbar mit dem Nummernschild am Auto, nicht erkannt werden. Doch ohne diese Nummer kann nichts gegen fehlbare Piloten unternommen werden - genauso wie bei Beschwerden gegen Autofahrer auch eine Autonummer bekannt sein muss.

Bisher keine Beschwerden
Die Kantonspolizei, aber auch die Gemeinde Möhlin haben bisher keine Beschwerden erhalten wegen der Kunstflieger, die angeblich über bewohntem Gebiet ihre Kunststücke üben. «Akrobatik-Flieger dürfen auf keinen Fall über bewohntem Gebiet trainieren», betont Anton Kohler vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) und zitiert aus der Verordnung über die Verkehrsregeln für Luftfahrzeuge. Dort steht, dass Kunstflieger mit Motor immer 500 Meter Abstand vom Boden einhalten müssen. Allerdings sei es vom Boden aus häufig schwierig zu eruieren, ob sich ein Flugzeug nun über bewohntem oder unbewohntem Gebiet befinde, so Kohler.

Für die betroffenen Fricktaler ist dies ein schwacher Trost, denn während die Akrobatik-Flieger trainieren, stellen sie manchmal den Motor ab. Vom Boden her gesehen wirkt dies, als ob das Flugzeug abstürzen würde. «Wenn diese Flieger ihre Kunststücke üben, haben alle Angst. Kinder, Erwachsene, aber auch die Tiere im Wald», sagt Alfred Suter. Diese Angst bleibt bestehen, auch wenn von offizieller Seite für die Kunstflieger kein höheres Absturzrisiko festgestellt wurde als für herkömmliche Flugzeuge. Ausserdem, so Kohler, müssten Kunstflieger auch eine spezielle Ausbildung durchlaufen und anschliessend eine Art Lizenz beantragen.

Vorgehen besprechen
Obwohl in Möhlin keine Beschwerden wegen der Kunstflieger eingegangen sind, will man sich vorbereiten. «Das Thema werden wir an der Geschäftsleitungssitzung vom nächsten Montag besprechen», sagt Gemeindeschreiber Dieter Vossen. Dann wird zur Sprache kommen, wie Möhlin reagiert, wenn sich die Bevölkerung wegen der Kunstflieger beschwert.