Amoklauf

18-Jähriger hatte Tat geplant - Schwerverletzte ausser Lebensgefahr

Tatort Gymnasium

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Trotz eines handschriftlichen Testaments des Täters und der Notiz über eine «Apokalypse» am Tattag liegen die Hintergründe des Amoklaufs in der deutschen Stadt Ansbach weiter im Dunkeln.

Auch nach entsprechenden Funden beim Amokläufer seien "noch keine sicheren Auskünfte" zum Motiv möglich, sagte die zuständige Staatsanwältin in Ansbach.

Der von der Polizei niedergeschossene Täter war noch nicht vernehmungsfähig. In der Nacht auf Freitag hatte sich sein Zustand verschlechtert, so dass er ein weiteres Mal operiert werden musste. Wann er aus dem künstlichen Koma aufwachen wird, war zunächst unklar.

Im Zimmer des Gymnasiasten in dessen elterlicher Wohnung fanden die Ermittler dessen Testament, das auf den 11. September und damit auf den Jahrestag der Terroranschläge in den USA datiert war. Zudem entdeckten die Beamten bei der Durchsuchung ein Kalenderblatt des 17. September, also des Tattages, mit der Notiz "apocalypse today".

Eine 15-Jährige, auf die der Amokläufer mit einem Beil eingeschlagen hatte, war nach einer siebenstündigen Operation ausser Lebensgefahr. Sie hatte durch den Schlag ein offenes Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Insgesamt hatte der 18-Jährige neun Mitschüler und einen Lehrer verletzt, bevor Beamte ihn anschossen und festnahmen.

Rund 150 der 700 Schüler des Carolinum-Gymnasiums kamen am Freitag freiwillig in ihre Schule, um gemeinsam das Geschehene zu verarbeiten. Viele von ihnen zündeten vor dem Gebäude Kerzen an und legten weisse und rote Rosen nieder. Für Sonntag war ein ökumenischer Gottesdienst geplant. Auch am Montag findet noch kein regulärer Unterricht statt.

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