Eines vorweg: Die Lippen sind echt. Schon als kleines Mädchen hatte Angelina Jolie einen Mund, für den andere den Schönheitsarzt bemühen. Und ohne Frage waren es auch diese Lippen, die ihr in Hollywood geholfen haben. Aber Jolie wollte immer mehr sein als nur attraktiv: Schauspielerin, Regisseurin, Botschafterin, Mutter. Sie wird geliebt, gehasst und respektiert in Film, Kultur und Politik: An diesem Donnerstag wird sie 40 Jahre alt.

Die Mutter Schauspielerin Marcheline Bertrand (die Ähnlichkeit ist unverkennbar), der Vater Oscar-Preisträger Jon Voight, die Taufpaten Jacqueline Bisset und Maximilian Schell - wie soll man da nicht Schauspieler werden, wenn man in Hollywood geboren wird. Doch die junge Frau namens Angelina Jolie Voight wollte nie über ihren Vater definiert werden. Also liess sie ihren Nachnamen einfach weg. 

(Quelle: Celebrity Facts)

8 unbekannte Fakten über Angelina Jolie

Die geradlinige Karriere einer talentierten Tochter? Keineswegs. Das Scheidungskind hatte psychische Probleme, war ein ständig in Schwarz gehüllter "Gruftie", verletzte sich selbst, hatte Essstörungen und machte Selbstmordversuche. Und sie war schüchtern. Keine guten Voraussetzungen für einen Hollywoodstar.

Einen Oscar für "Durchgeknallt"

Vielleicht gelang ihr deshalb der Durchbruch mit den Rollen zweier psychisch labiler Frauen. In "Gia" spielte sie 1998 das heroinsüchtige Model Gia Carangi, das mit 26 an Aids starb. Ein Jahr später war sie die soziopathische Lisa in "Durchgeknallt" - und bekam einen Oscar. Fortan konnte sich Jolie die Rollen aussuchen. Zuweilen griff sie daneben, doch das schadete ihrer Prominenz nicht.

Das hat natürlich auch mit "Brangelina" zu tun. Einige hassen Jolie, weil sie Hollywoods Traumpaar Jennifer Aniston und Brad Pitt entzweit haben soll. 

Zumindest fand Pitt bei ihr das erhoffte Familienglück: Sechs Kinder haben beide, drei davon adoptiert. Der Älteste soll es auch gewesen sein, der seiner Mutter zuvor die nötige Stabilität gab: "Ich wusste, dass ich durch die Verantwortung für Maddox niemals wieder selbstzerstörerisch sein würde", sagte sie einmal.

Frau der Widersprüche

Filmstar, Sexsymbol, Ehefrau, Mutter - das war's? Keineswegs, Jolie arbeitet auch als Regisseurin. Ihr letzter Film, "Unbroken", fand Respekt bei den Kritikern. Die nächsten Projekte: eine Dokumentation über den kenianischen Forscher und Umweltschützer Richard Leakey und das Ehedrama "By the Sea". Hauptrollen: Brad Pitt und Angelina Jolie.

Und dann ist sie noch Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für Flüchtlinge und macht sich für Bildung stark, gerade in der Dritten Welt. Im April drängte sie sogar im UNO-Sicherheitsrat auf mehr Hilfe für syrische Flüchtlinge. Kein humanitärer Helfer, der sich nicht gern mit dem Star zeigt. Weiss er doch, dass sein Projekt so die Aufmerksamkeit bekommt, auf die es sonst keine Chance hat. 

Jolie gefällt sich in der Rolle der Unnahbaren, der Königin, der Unantastbaren. Widersprüche nimmt sie hin. Etwa, wenn sie sagt, dass sie kein Sexsymbol sein wolle - und dann bei den Oscars 2012 ihr nacktes Bein so weit aus dem Kleid stellt, dass man über Tage kaum noch über die Filme spricht.

Vor zwei Jahren hat sich Jolie ihre Brüste und im März auch ihre Eierstöcke entfernen lassen. Sie hatte Angst vor Krebs, an dem ihre Grossmutter, ihre Tante und ihre Mutter starben. Für viele Frauen wurde sie zum Vorbild. Was macht es da schon, wenn man im selben Monat bei den "Kids' Choice Awards" ausgerechnet den Preis als "bester Bösewicht" bekommt, für die Rolle als dunkle Fee in "Maleficent".