Sie sei völlig überwältigt, diese Auszeichnung zu erhalten, sagte die sichtlich gerührte Schauspielerin. Die sonst eher öffentlichkeitsscheue Darstellerin brachte ihre ganze Familie zu der Ehrung mit. Mit ihrem deutschen Vater Klaus Dunst, Mutter Inez Rupprecht, dem jüngeren Bruder Christian und ihrem Verlobten Jesse Plemons "Breaking Bad") posierte sie auf der Sternenplakette. Auch Söhnchen Ennis durfte bei seinem ersten Hollywood-Auftritt auf dem Stern krabbeln. Vor 15 Monaten waren Dunst und Plemons Eltern geworden. Das Paar hatte sich bei den Dreharbeiten zur zweiten Staffel der Fernsehserie "Fargo" kennengelernt, in der sie ein Ehepaar spielten.

Sprechchor mit Spitznamen

"Jesse, du bist mein Ein und Alles", sagte Dunst zu Tränen gerührt. Plemons hatte sie zuvor als brillante Schauspielerin und "unglaublich grosszügige und tolle Person" gelobt. Ihre Freunde würden sie "Kiki" nennen, erklärte Plemons, und feuerte die Zuschauer zu einem Sprechchor mit dem Spitznamen an.

Als Gastrednerin ergriff auch Regisseurin Sofia Coppola das Wort. Sie habe Dunst kennengelernt, als sie den 16 Jahre alten Jungstar für ihren Film "The Virgin Suicides" vor die Kamera holte. Dunst sei ihre vertrauteste Mitarbeiterin und wie eine kleine Schwester für sie. Coppola drehte mit Dunst auch noch die Filme "Marie Antoinette" und "Die Verführten".

Dunst wurde 1982 im US-Staat New Jersey geboren. Ihr Vater, der noch Verwandtschaft in Hamburg hat, lebt seit Jahrzehnten in den USA. Seit 2011 hat die Schauspielerin auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Dunst dankte bei der Zeremonie am Donnerstag ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Christian, die sie stets bei der Verwirklichung ihrer Träume unterstützt hätten.

Spätere Weltberühmtheit

An der Seite von Brad Pitt und Tom Cruise hatte Dunst mit zwölf Jahren in "Interview mit einem Vampir" ihren ersten grossen Filmauftritt. Als Peter Parkers Freundin Mary Jane Watson in der "Spider-Man"-Trilogie wurde sie später weltberühmt.

Doch erst vor wenigen Tagen erklärte Dunst in einem Radiointerview, dass sie sich in Hollywood zu wenig wertgeschätzt fühle. "Man hat mich in der Branche nie anerkannt. Ich wurde nie für irgendetwas nominiert, ausser für zwei Golden Globes", sagte Dunst dem US-Radiosender Sirius XM. "Vielleicht denken sie, ich bin nur das Mädchen aus "Girls United"." Mit 17 Jahren hatte sie die gleichnamige Cheerleader-Komödie gedreht. Für ihre Rolle in "Interview mit einem Vampir" wurde sie 1994 als Kind für einen Golden Globe nominiert, 2015 für die Fernsehserie "Fargo".