Brasilien

Indigener Häuptling Raoni aus Spital in Brasilien entlassen

Der brasilianische Aktivist Raoni Metuktire ist aus dem Spital entlassen worden. (Archivbild vom 22. Mai 2019 in Genf)

Der brasilianische Aktivist Raoni Metuktire ist aus dem Spital entlassen worden. (Archivbild vom 22. Mai 2019 in Genf)

Nach einer neuntägigen Behandlung ist der prominente indigene Häuptling Raoni Metuktire aus dem Spital entlassen worden. «Krankheit kann jeden von uns treffen. Ich will, dass wir darüber nachdenken, uns respektieren und lieben.»

Das sagte er am Samstag bei seiner Entlassung aus der Klinik in Sinop im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Der etwa 90-Jährige hatte an einer Darminfektion gelitten. "Es war lebensbedrohlich. Wir haben ihn stabilisiert, rehydriert und zwei Bluttransfusionen durchgeführt", zitierte das Nachrichtenportal G1 den behandelnden Arzt. Metuktires exaktes Alter ist unbekannt.

Er kämpft seit Jahrzehnten für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes und die Rechte der indigenen Urbevölkerung. Mit dem britischen Sänger Sting startete der Häuptling des Kayapó-Volkes Ende der 1980er Jahre eine Kampagne, um seine Forderungen in die Welt zu tragen. Der Mann mit der markanten Lippen-Platte besuchte zahlreiche Länder, darunter die Schweiz, wurde von Staats- und Regierungschefs empfangen, und drehte einen Dokumentarfilm mit Marlon Brando.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der das Amazonasgebiet stärker wirtschaftlich nutzen will und eine Einmischung von aussen ablehnt, warf Metuktire im vergangenen Jahr vor, sich von ausländischen Interessen instrumentalisieren zu lassen. Metuktire sprach Bolsonaro seinerseits Führungsqualitäten ab.

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