Horrende Mehrkosten für King Roger

Roger Federers Traumferienhaus in Valbella: Die Bauarbeiten machen sichtbar Fortschritte.

Roger Federers Traumferienhaus in Valbella: Die Bauarbeiten machen sichtbar Fortschritte.

Nicht jeder Bauherr kann sich Kostenüberschreitungen von mehr als einer Million Franken leisten – King Roger schon.

Es flossen Tränen. Bei der letzten Baubesichtigung vor wenigen Wochen kullerten beim Basler Tennisprofi Roger Federer Freudentränen über die Wangen – so wie man es von ihm nach einem hart erkämpften Turniersieg gewohnt ist: «Er freute sich riesig über die Baufortschritte und war total begeistert von seinem neuen Anwesen», sagt der Geschäftsführer einer Baufirma, die für die Federers arbeitet. «Er plauderte ganz gewöhnlich mit den Büezern und bedankte sich für deren Einsatz. So nette Bauherren wie Roger Federer hat man nicht immer.»

Eigentlich wollten die Federers schon die Wintersaison 2011/2012 in ihrem Luxus-Chalet am idyllischen Hügel Sartons in Valbella geniessen – daraus wurde aber nichts. Nach der Bauverzögerung muss der beliebte Tennisprofi nun auch noch horrende Mehrkosten in Kauf nehmen: Der Mega-Bau in den Bündner Bergen kostet weit mehr als die vom verantwortlichen Architekturbüro Maurus Frei budgetierten rund 6 Millionen Franken. «Nicht nur unsere Arbeiten, auch die der Gipser, Plattenleger oder beispielsweise der Elektriker und Sanitäre werden erheblich teurer als geplant – alles in allem wohl weit über eine Million Franken», sagt der Geschäftsführer der Baufirma.

Diese Kosten entstünden unter anderem durch die Verzögerungen, Planänderungen oder einfach nur durch Unvorhergesehenes. Der Bauexperte weiter: «Die Erfahrung zeigt, dass das Bauen immer teurer wird als geplant, davon wird nun leider auch Roger Federer nicht verschont.» Im Gegensatz zu vielen anderen Bauherren kann sich Federer diese Mehrkosten jedoch leisten: Gemäss dem US-amerikanischen Magazin «Sports Illustrated» verdiente er letztes Jahr umgerechnet 50 Millionen Franken, und das Vermögen des 16-fachen Grand-Slam-Siegers und vierfachen Weltsportler des Jahres wird auf rund 300 Millionen geschätzt. So können also weder die Verzögerung noch die Zusatzkosten Rogers Vorfreude auf sein Ferienhaus trüben.

Das Grundstück dafür hat Federer bereits 2008 für rund 10 Millionen Franken erworben. Nachdem sein Baugesuch im Herbst vor zwei Jahren gutgeheissen wurde, liess er die bestehende Villa Crap Curver abreissen. 2011 begann der Bau der neuen Ferienresidenz. Fotos zeigen: Hier entsteht nicht bloss ein Ferienhäuschen, sondern quasi ein Privatresort. Auf dem über 8000 Quadratmeter grossen Grundstück stehen die beiden Rohbauten Bellavista A und Bellavista B. In Haus A werden Roger und Mirka Federer wohnen, bei Haus B führt Federers Vater die Bauherrschaft.

Da die Pläne zwecks allfälligen Einsprachen öffentlich zugänglich waren, wurden einige der Superlative bekannt, die für das Ferien-Domizil des Sportlers geplant sind: 60 Quadratmeter grosse Küche, XXL-Wohnzimmer, Heimkino, 100-Quadratmeter-Hobbyraum, Entspannungszone in der Grösse von 150 Quadratmetern mit Swimmingpool inklusive einer Wellnessanlage und einer Garage für bis zu neun Autos. Noch in der kommenden Wintersaison wird das Anwesen bezugsbereit sein.
Zu diesem Zeitpunkt sind die Federer-Zwillinge Myla und Charlene dann rund dreieinhalb Jahre alt. Alt genug also für die ersten wackligen Versuche auf den Skipisten.

Auf schriftliche Anfrage dementiert Rogers Vater Robert Federer die Kostenüberschreitungen nicht, möchte aber keine Stellung dazu nehmen.

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