Reggae

Elijah holt sich reife Früchte nötigenfalls beim Nachbarn

Reggae-Musiker Elijah steht auf reife Früchtchen (Archiv)

Reggae-Musiker Elijah steht auf reife Früchtchen (Archiv)

In einem Sommer, in dem die Schweizer Früchte kaum zum Reifen kamen, veröffentlicht der Schweizer Reggae-Musiker sein neues Album «Eat Ripe Fruit» ("Iss reife Früchte"). Und gesteht: «Ich pflücke die Früchte am liebsten direkt vom Baum - nötigenfalls beim Nachbarn.»

Der Titel ist aber nicht etwa von einer Beutetour, sondern vom afrikanischen Sprichwort "A patient man will eat ripe fruit" ("Ein geduldiger Mensch wird reife Früchte essen") abgeleitet. Und: Bevor Elijah an dem Album zu arbeiten begann, pflanzte er in Gambia mit einem Freund einen Mangobaum.

Dass er mit seinem zweiten Album nun das Ende einer ziemlich ertragsarmen Saison einläutet, stört den 28-Jährigen nicht. "Wir können das Wetter nicht bestellen", sagt Elijah im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. "Und Regen ist schliesslich nötig, damit die Pflanzen wachsen können."

Ausserdem gehe es in seiner Musik überhaupt nicht nur um eitel Sonnenschein - auch wenn die Wurzeln seiner Musik in einer heissen Gegend liegen und er einen grossen Teil des Albums in Jamaica oder besser gesagt im legendären Tuff Gong Studio von Bob Marley aufgenommen habe. "Ich singe auch von dunklen Themen", so Elijah. Von Kriminalität, von Überwachungsgesellschaft, von Profit und Gier.

Der Zürcher Sänger, der mit bürgerlichem Namen Elia Gunnar Salomon heisst, schliesst die Schweiz, die von aussen nach heiler Welt aussieht, genauer betrachtet aber weit davon entfernt ist, aus seiner Kritik nicht aus. "Von hier aus passiert sehr vieles, das die ganze Welt beeinflusst. Wir tragen eine grosse Verantwortung, da wir mit der ganzen Welt verbunden sind."

Nichts zu nörgeln habe er bezüglich der Offenheit, die seine Landsleute ihm und seiner Musik entgegenbringen. "Ich bekomme in der Schweiz sehr viele positive Rückmeldungen." Und dennoch: "In Jamaica ist die Reggae-Kultur natürlich viel lebendiger", sagt er. "Und die Szene freut sich, wenn ausländische Musiker ihren Sound in verschiedenen Sprachen und auf andere Art und Weise interpretieren."

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