Grossbritannien

Britische Uni und Unternehmen gehen auf Distanz zu Prinz Andrew

Nichts zu lachen hat Prinz Andrew nach seinem missglückten Fernsehinterview zu Missbrauchsvorwürfen. (Archivbild)

Nichts zu lachen hat Prinz Andrew nach seinem missglückten Fernsehinterview zu Missbrauchsvorwürfen. (Archivbild)

Nach dem umstrittenen Fernsehinterview von Prinz Andrew zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen gehen eine britische Universität und mehrere Unternehmen auf Distanz zu dem Mitglied des britischen Königshauses.

Bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats in der kommenden Woche werde Prinz Andrews Position als Schirmherr der London Metropolitan University auf den Prüfstand gestellt, sagte ein Sprecher der Universität am Dienstag.

Die Hochschule distanziere sich "von jeglicher Form der Diskriminierung, des Missbrauchs, des Menschenhandels und von jeder Handlung, die gegen ihre Werte verstösst", betonte der Sprecher. Die Studenten der Huddersfield University in Nordengland forderten derweil einen Rücktritt von Prinz Andrew als Schirmherr. Er sei wegen der Missbrauchsvorwürfe als Repräsentant der Uni "absolut unpassend".

Mehrere Unternehmen kündigten zudem am Dienstag, ihre finanzielle Unterstützung für einen von Prinz Andrew gegründeten Verband zur Wirtschaftsförderung einzustellen. Die Bank Standard Chartered nannte "kommerzielle Gründe" für die Entscheidung. Der Versicherungsriese AON forderte laut einem Bericht der "Financial Times", dass sein Logo von der Website von Andrews Verband entfernt wird.

Kein Wort des Mitgefühls

In einem Fernsehinterview hatte Prinz Andrew Missbrauchsvorwürfe einer Frau im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgewiesen. Zahlreiche Medien und Beobachter hatten anschliessend kritisiert, dass der Royal dabei kein Wort des Mitgefühls mit Epsteins Opfer verloren hatte.

Der US-Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten.

Die Zeugin Virginia Giuffre hatte ausgesagt, von Epstein zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden gezwungen worden zu sein, darunter auch mit Prinz Andrew. Dies wies der Prinz in dem Fernsehinterview kategorisch zurück.

Epstein hatte im August in seiner New Yorker Gefängniszelle Suizid begangen.

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