Bundesgericht
Betrunken Unfall gebaut: Maurers Sohn wollte Prozess geheim halten – vergeblich

Der Prozess gegen den Sohn von Bundesrat Ueli Maurer vor dem Bezirksgericht Hinwil ZH nach einem Verkehrsunfall soll nicht im Geheimen stattfinden. Das Bundesgericht entschied, dass Medien bei der Verhandlung zugelassen sind.

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Diesen Unfall hat der Sohn von Ueli Maurer verursacht

Diesen Unfall hat der Sohn von Ueli Maurer verursacht

TeleZüri

Im November 2015 fuhr der damals 18-jährige Sohn von Bundesrat Ueli Maurer unweit seines Elternhauses in Wernetshausen unter Alkoholeinfluss in eine Hausmauer. Zudem muss er sich wegen Vermögensdelikten sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte vor Gericht verantworten. Der Angeklagte ist geständig.

Nicht nur die Details der Straftaten, auch seine Strafe selbst, sollten jedoch geheim bleiben. Zwar hatte das Bezirksgericht entschieden, die Öffentlichkeit am Prozess auszuschliessen, um die Persönlichkeitsrechte des Täters und seiner Familie zu schützen, dies ging Maurers Sohn jedoch zu wenig weit: Sein Anwalt forderte auch den Ausschluss von Gerichtsreportern. Zudem sollte die Verhandlung nicht im öffentlichen Sitzungskalender des Bezirksgerichtes erscheinen.

Mit seinem Anliegen scheute Maurers Sohn auch den Gang vor Bundesgericht nicht – vergeblich, wie ein Urteil nun zeigt, das der «Sonntagszeitung» vorliegt. Demnach sind die Medien zur Verhandlung zugelassen.

Der Verteidiger argumentierte, dass der Angeklagte wegen der Medienberichte über das Verfahren unter Dauerdruck stehe. Durch die Berichterstattung würde der Betroffene wohl nicht nur seine Stelle verlieren, sondern auch keine neue mehr finden. Eine schweizweite Publikation von Anklageschrift und Urteil erschwere die Resozialisierung. In diesem Fall denke der Angeklagte darüber nach, die Schweiz zu verlassen. (sam/sda)