Widerstand

August Diehl über passiven Akt des nein-Sagens

Der deutsche Schauspieler August Diehl (links) und die österreichische Schauspielerin Valerie Pachner (rechts) spielen die Hauptrollen im Film "A Hidden Life", der in Cannes im Wettbewerb läuft: Ein Plädoyer für das Innehalten und Sagen "So geht das nicht". (Archivbild)

Der deutsche Schauspieler August Diehl (links) und die österreichische Schauspielerin Valerie Pachner (rechts) spielen die Hauptrollen im Film "A Hidden Life", der in Cannes im Wettbewerb läuft: Ein Plädoyer für das Innehalten und Sagen "So geht das nicht". (Archivbild)

Der deutsche Schauspieler August Diehl fand seine Rolle in dem Cannes-Wettbewerbsfilm «A Hidden Life» sehr inspirierend.

In dem Werk von US-Regisseur Terrence Malick spielt er den österreichischen Bauern Franz Jägerstätter, der nicht für die Wehrmacht kämpfen wollte. "Sein Akt war passiv, er hat einfach gesagt "Nein"", sagte Diehl in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist vielleicht das Stärkste und Unangenehmste, das es gibt, weil der Umgang damit so schwierig ist. Er hat es ja nicht begründet, er war kein Intellektueller. Er hat einfach gesagt "Das macht man nicht".

Diehl sagte, er habe viel darüber nachgedacht, wie stark das "Nein"-Sagen sei. "Es wird in unserer Welt immer weniger. Das ist einfach unangenehm und es bringt jeden anderen dazu, seine Entscheidung zu hinterfragen", sagte Diehl.

Im Film sei das "Nein"-Sagen eher ein stiller Moment. "Im Moment aber wird die Welt immer lauter und lauter, immer furchtbarer, immer blutrünstiger." Dadurch fehle aber die andere Seite, "nämlich das Innehalten und Sagen "So geht das nicht" - ohne die anderen zu verurteilen oder zu handeln."

"A Hidden Life" basiert auf wahren Begebenheiten. Für seine Darstellung waren Diehl ("Inglourious Basterds") und seine Film-Ehefrau, die Österreicherin Valerie Pachner, bei der Premiere am Sonntagabend mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert worden.

Rollen im Film spielen auch die Schweizer Schauspieler Bruno Ganz, der im Februar gestorben ist und Joel Basman. Regisseur Malick, der sich nie in der Öffentlichkeit zeigt, war auch dieses Mal nicht dabei.

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