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Neue Studie zeigt: Wie intensiv Studierende die Uni besuchen, hängt deutlich vom Alter ab

Jüngere Studierende weisen häufig ein höheres Pensum auf als ältere. (Symbolbild)

Jüngere Studierende weisen häufig ein höheres Pensum auf als ältere. (Symbolbild)

Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) war die Studienintensität während fünf Jahren mit rund 81 Prozent stets konstant. Ältere Studierende investieren deutlich mehr Zeit in familiäre und berufliche Verpflichtungen.

(sku) Bei den unter 20-Jährigen wurden durchschnittliche Studienintensitäten von rund 93 Prozent gemessen. Dies kann man der am Dienstag publizierten Studie des BFS entnehmen. Bei den 40-Jährigen oder Älteren beträgt die Studienintensität hingegen nur noch zwischen 51 und 53 Prozent. In Bezug auf das Geschlecht, auf die Bildungsherkunft sowie auf die verschiedenen Hochschultypen seinen die Unterschiede in der Intensität jeweils gering.

Das BFS weist die Studienintensität prozentual zu einem Vollzeitstudium aus. Dabei entspreche ein Pensum von 100 Prozent einer Studienleistung von 60 evaluierten ECTS-Kreditpunkten pro Jahr.

Der Zusammenhang zwischen Alter und Studienintensität zeigt sich auch anhand der Studiengänge: Die Fachgruppen «Medizin und Pharmazie» (Bachelor 93 Prozent und Master 91 Prozent) sowie «Technische Wissenschaften» (Bachelor 94 Prozent und Master 80 Prozent) weisen die höchsten Studienintensitäten an universitären Hochschulen auf. Gleichzeitig absolvierten die Studierenden mit dem tiefsten Durchschnittsalter diese Studiengänge. Studierende der Fachbereichsgruppe «Geistes- und Sozialwissenschaften» studierten sowohl im Bachelor (80 Prozent) wie auch im Master (69 Prozent) mit den tiefsten Intensitäten und dem höchsten Altersdurchschnitt.

Was die pädagogischen Hochschulen angeht, unterschieden sich die Fachrichtungen kaum bezüglich der Studienintensität, mit Ausnahme der «Psychomotoriktherapie», wo eine überdurchschnittlich hohe Studienintensität von 102 Prozent beobachtet wurde. Das BFS hält in seiner Studie dazu fest, dass Fachrichtungen, in denen Teilzeitstudien möglich sind, auch mehr ältere Studierende anziehen.

Westschweizer und Tessiner studieren intensiver

Das Hochschulinstituts für internationale Studien und Entwicklung (IHEID) in Genf mit 100 Prozent sowie die PH Schwyz mit 101 Prozent weisen die höchste Intensität auf. Die tiefsten Studienintensitäten verzeichnete dagegen das Institut für universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH) mit 61 Prozent sowie das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB (36 Prozent). Darin spiegelt sich die Tatsache wieder, dass Institute, die sich auf Studierende spezialisieren, die Studium und Beruf verbinden möchten, die tiefsten Intensitäten aufweisen.

Das BFS hält ausserdem fest, dass die Studienintensitäten an den Deutschschweizer Hochschulen generell tiefer ausfielen als in der Westschweiz und im Tessin, da Deutschschweizer Universitäten eher Teilzeitstudien begünstigen. Zum anderen seien die Studiengänge in der Deutschschweiz vor der Einführung des Bachelor/Master-Systems freier gestaltbar als in der Westschweiz gewesen. Diese traditionellen Unterschiede dürften bis heute nachwirken.

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