«Die Höhle der Löwen»
Trotz Rekord-Deal von Flawiler Firma Soflow: Kundschaft ist nicht nur zufrieden

Sie haben die höchste Summe bei der TV-Show «Die Höhle der Löwen» erhalten, die jemals vergeben wurde. Die Rezensionen und Kundenbewertungen sprechen aber nicht unbedingt für das Gewinner-Unternehmen Soflow aus Flawil.

Philomena Koch/FM1 Today
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Die beiden Gründer von Soflow, Manuel Hug und Martin Neuckel, haben am Dienstagabend im TV ihre Produkte der Jury vorgestellt.

Die beiden Gründer von Soflow, Manuel Hug und Martin Neuckel, haben am Dienstagabend im TV ihre Produkte der Jury vorgestellt.

Bild: Filip Stropek

1,3 Millionen Franken für 6,6 Prozent Firmenanteile: Diesen Rekord-Deal hat sich das Flawiler Unternehmen Soflow am Dienstagabend in der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» gesichert. Mit ihren E-Scootern und der entsprechenden Software konnten die Unternehmer die Jury überzeugen. Besonders die Umsatzzahlen der letzten drei Jahren sprechen für das Unternehmen.

«Dann ging das Theater los»

Nicht so positiv aber fallen die Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden aus. So heisst es etwa: «Hab solch einen Scooter. Dann hatten wir einen Platten am Vorderrad. Dann ging das Theater los. Service so miserabel, wie ich es noch nie erlebt habe.»

Oder: «Scooter nach zwei Kilometern defekt. Hätte ich ihn besser zurückgegeben. Reparaturen sind eine totale Katastrophe. Ich warte nun bereits drei Monate darauf, meinen Scooter zurück zu bekommen. Immer nur Standardantworten. Schlimmster Service, den ich jemals erlebt habe.»

Das Unternehmen verkauft verschiedene Modelle der E-Scooter und weitere elektrische Zweiräder.

Das Unternehmen verkauft verschiedene Modelle der E-Scooter und weitere elektrische Zweiräder.

Bild: Filip Stropek

Das schreiben Kundinnen und Kunden bei den Bewertungen. Gerade 1,8 von 5 Sternen erreicht Soflow bei den Google-Rezensionen. 53 Kommentare wurden bisher hinterlassen, wobei diese eher weniger für die Qualität der Roller und die Kundenbetreuung des Unternehmens sprechen. «Ich hatte das Gerät etwa ein halbes Jahr und konnte es davon drei bis vier Wochen wirklich gebrauchen», so der Kunde Reto B. Sein Gerät von Soflow sei nach wenigen Wochen defekt gewesen und nach mehreren Reparaturen nicht einwandfrei zurückgekommen. Der Service sei eine Katastrophe, meint Reto B. weiter.

Der Kundendienst wird ausgebaut

Soflow selber weiss, dass durch die grosse Nachfrage auf die Scooter das Thema Kundendienst ausgebaut werden muss. «Leider verhält sich das Thema Kundendienst und Ersatzteilverfügbarkeit nicht wie ein Speedboot, sondern eher wie ein Dampfer. Alles, was man macht, kommt zeitverzögert, auch die positiven Effekte, die sich bereits durch den Ausbau des Kundendienstes ergeben haben», sagt Unternehmer Manuel Hug.

Der Kundendienst werde konsequent personell aufgestockt und die Kundenanfragen sollten in Zukunft durch ein neues System effizienter bearbeitet werden können, so Hug weiter. «Mittelfristig werden wir in Kooperation mit Partnern schweizweit und flächendeckend Servicestellen aufbauen.»

Vorauswahl der Start-ups treffen nicht die «Löwen»

Drei Jurymitglieder waren am Ende der Show bereit, in Soflow zu investieren. Der Investor Roland Brack ist zufrieden: «Ich freue mich sehr über den abgeschlossenen Deal und die Zusammenarbeit mit Soflow. Zu brack.ch passt das Engagement perfekt. Elektromobilitätsprodukte sind aktuell stark gefragt. Die Produkte sind auch bereits am Lager und online bestellbar. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich hier eine Win-Win-Situation ergibt.» Die «Löwen» selber sind nicht an der Auswahl der Start-ups beteiligt. Sie lernen die Unternehmen jeweils in der Sendung kennen, wie der Fernsehsender 3+ gegenüber FM1Today mitteilt.

Drei der fünf «Löwen» haben mit Soflow einen Deal abgeschlossen: v.l.n.r Bettina Hein, Roland Brack und Anja Graf.

Drei der fünf «Löwen» haben mit Soflow einen Deal abgeschlossen: v.l.n.r Bettina Hein, Roland Brack und Anja Graf.

Bild: Filip Stropek