Sevelen
Trotz vorausgehender Kontroverse gibt es ein klares Mehr für Maximalvariante

Die Seveler Budgetversammlung genehmigt 450000-Franken-Kredit für den Architekturwettbewerb «Drei Könige».

Heini Schwendener
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Nach je zwölf Jahren im Schulrat mit Applaus verabschiedet: Alex Schwendener (links) und Christian Langenegger.

Nach je zwölf Jahren im Schulrat mit Applaus verabschiedet: Alex Schwendener (links) und Christian Langenegger.

Bild: Heini Schwendener

Das Verdikt der 169 Stimmberechtigten an der Budget-Bürgerversammlung am Dienstagabend hätte kaum deutlicher sein können: Die Sevelerinnen und Seveler sprachen sich, bei nur acht Gegenstimmen, für einen «grossen Wurf» aus. Sie genehmigten einen Kredit von 450000 Franken für den Architekturwettbewerb und das Vorprojekt «Überbauung Gesamtareal Drei Könige».

Die Bürgerschaft hat damit einen Vorentscheid für die Maximalvariante getroffen. Will heissen: Das gesamte Areal Drei Könige wird neu überbaut, mit einem Dorfplatz, einem neuen Restaurant, einem neuen Gemeindesaal und einer Mantelnutzung des Gebäudekomplexes (vgl. W&O vom 15. November).

Dem Entscheid ging kei­ne kontroverse Diskussion vo­raus. Gemeindepräsident Eduard Neuhaus versicherte erneut, dass die Behörde die finanzielle Tragbarkeit keinesfalls auf die leichte Schulter nehme und dass auch der Einsatz von Holz als möglicher Baustoff in die Planungsschritte mit einfliesse.

Stellenausbau der Verwaltung begründet

Eduard Neuhaus erläuterte in der Folge das Budget 2023. Erwartet wird ein Ertragsüberschuss von rund 3,4 Millionen Franken. Er begründete die Mehraufwände, insbesondere im Bereich der allgemeinen Verwaltung, wo im Sozialbereich zusätzliche 50 Stellenprozent nötig werden. Ausserdem wird eine Personalstelle zu besetzen sein. Bei 260 Arbeitsverträgen der Gemeinde Sevelen gehe es nicht mehr ohne professionellen Personaldienst, sagte Neuhaus. Weil auch für die kommenden Jahre Aufwandüberschüsse vorhersehbar seien, werde sich der Rat bei der nächsten Budget­phase auch mit einer möglichen Steuerfusserhöhung auseinandersetzen müssen.

Wärmeverbund in Betrieb

Am Samstag, 10. November, wurde der Holzschnitzel-Wärmeverbund Büelriet der Ortsgemeinde Sevelen für einen Testlauf in Betrieb genommen. Nach Anpassungen war es am 23. November so weit: Der Zinslihof und die Alterswohnungen werden seither vom Wärmeverbund Büelriet bedient. Wie Peter Engler, Präsident der Ortsgemeinde, an der Budget-Bürgerversammlung ausführte, wird in diesen Tagen auch das neue Pflege- und Betreuungszentrum Büelriet mit Wärme aus der neuen Wärmezentrale der Ortsgemeinde versorgt. In der neuen Überbauung Grüel, wo 31 Einfamilienhäuser entstehen, wurde das Leitungsnetz für Fernwärme verlegt. Peter Engler informierte weiter, dass die Ortsgemeinde Anfang 2023 eine Einbürgerungsaktion für Schweizerinnen und Schweizer durchführen werde. (she)

Gemeinderat Harry Müntener lobte die erfolgreiche Arbeit des EWS-Teams, das trotz hartem Gegenwind «stabil unterwegs» sei. Das Total der Elek­trizität am Budget 2023 beläuft sich auf 840000 Franken (Budget 2022: 949000 Franken).

Gemeinderat Marc Spitz konnte von einem guten Betriebsstart des Pflege- und Betreuungszentrums Büelriet berichten. Per Ende Jahr seien noch elf der insgesamt 44 Plätze frei. Marc Spitz erwartet im Verlauf des Sommers eine Vollbe­legung. Dannzumal werden im Büelriet 80 bis 85 Mitarbeitende beschäftigt, derzeit sind es 72. Budgetiert wird für das Jahr 2023 ein Minus von 711000 Franken.

Das Budget 2023 wurde schliesslich diskussionslos genehmigt.

Zwei Schulräte verabschiedet

In Abwesenheit von Schulratspräsidentin Petra Baumgartner – sie ist im Mut­terschaftsurlaub – stellten die Schulräte Michael Derungs und Alex Schwendener das Budget 2023 der Schule Sevelen vor. Es liegt mit 12,867 Millionen Franken rund 386000 Franken oder 3,09 Prozent höher als das Budget 2022. Kostentreiber sind die höhere Zahl der Schüle­rinnen und Schüler, denn Se­velen wächst kontinuierlich. Aber auch die notwendigen Förder- und sonderpädagogischen Massnahmen schlagen zu Buche, z. B. die Erhöhung des Pensums der Logopädie um 50 Prozent; die Erhöhung des Pensums der Schulsozialarbeit um 20 Prozent; die Beschulung von Flüchtlingen und anderen Kindern ohne Deutschkenntnisse).

Die Kindertagesstätte wird 2023 rund 39 Prozent mehr kosten als für das laufende Jahr budgetiert worden war. Der Aufwand für Schülerhort und Mittagstisch wird 2023 ähnlich budgetiert wie 2022.

54,4 Prozent des Seveler Budgets beansprucht die Schule. Michael Derungs betonte, die Schule arbeite kostenbewusst. Im Sozialindex des kantona­len Bildungsdepartements liege Sevelen zwar in den Top Five der Schulen mit hoher Sozialbelastung. Bezüglich Nettoaufwand pro Schüler/Schülerin weise Sevelen jedoch innerhalb der fünf  vergleichbaren Gemeinden den zweittiefsten Wert auf.

Ende Jahr treten die Schulräte Alex Schwendener und Christian Langenegger zurück, beide nach zwölf Jahren im Amt. Michael Derungs verdankte ihre grosse Arbeit und zeigte auf, was in diesen Jahren in der Seveler Schule alles verändert und vor allem gebaut wurde. Schwendener und Langenegger sagten, sie hätten eine schöne, interessante und spannende Zeit erlebt. «Die Sevelerinnen und Seveler dürfen stolz auf die Schule und das Schulteam sein», zog Langen­egger Bilanz. (she)