OLYMPIA INSIDE
Ab nach China: So viel musste unternommen werden, um nun bei den Olympischen Spielen helfen zu dürfen

Pascal Schönenberger ist Medienchef des Toggenburger Schwingerverbandes und OK-Mitglied des Schwägalp-Schwingets. Aktuell ist er als freiwilliger Mitarbeiter der SRG an den Olympischen Spielen im Einsatz. Regelmässig berichtet er im «Toggenburger Tagblatt». Heute von den aufwendigen Vorbereitungen.

Pascal Schönenberger
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Pascal Schönenberger, hier noch auf der Lenzerheide auf der Skipiste, wechselt temporär vom Sägemehl auf die weisse Unterlage.

Pascal Schönenberger, hier noch auf der Lenzerheide auf der Skipiste, wechselt temporär vom Sägemehl auf die weisse Unterlage.

Bild: PD

Wie kam es dazu? Es war an der Ski-WM 2019 in Are, am strengen Freitag vor dem Herren Riesenslalom. Wir waren ab 4.30 Uhr auf der Piste mit Salz und Wasser beschäftigt, da das Wetter verrückt spielte. Vor Ort war eine Delegation aus China, die sich dafür interessierte, was auf den Weltcup-Pisten abgeht. Sie fragten uns, ob wir nach China kommen, um allenfalls zu helfen.

Mein Bruder Björn sagte schnell: «Nein, da komme ich nicht mit.» Ich dachte hingegen, das wäre sicherlich eine coole Sache. Als dann die Pandemie den Takt der Welt bestimmte, waren China und die Olympischen Spiele für mich weit weg. Das änderte sich im letzten Winter beim Weltcup-Final der Alpinen in Lenzerheide.

Unsere Helfertruppe war während zweier Wochen im Bündner Ferienort im Einsatz und dort traf ich Beni Giger, Regisseur der SRG. Der Nesslauer sagte mir auf der Piste: «Du wärst eine gute Hilfskraft für uns an den Olympischen Spielen in China.» Als ich Beni Giger dann im Juni wieder traf, fragte er mich erneut, ob ich Lust und Zeit hätte, um an die Olympischen Spiele zu reisen.

Nun fackelte ich nicht lange und telefonierte mit meinem Chef. Er willigte ein und so reise ich am 22. Januar zusammen mit einem Teil der Crew der SRG von Zürich via Istanbul nach Peking. Coole Sache.

125 Personen stehen im Einsatz

Die SRG produziert im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees IOC das Weltsignal im Bereich Ski alpin. In technischer Hinsicht umfasst das Weltsignal die Bild- und Tonsignale, welche die TV- und Radiosender sowie Streamingplattformen rund um den Globus als Basis für ihre Liveübertragungen verwenden.

Beni Giger war im Sommer 2021 schon vor Ort und konnte zusammen mit Bernhard Russi, der die Piste gebaut hat, und Atle Skardal von der FIS den Berg bereits besichtigen und die Kamerapositionen bestimmen.

Vier Lastwagen der SRG sind verschifft worden und mittlerweile in China angekommen.

Vier Lastwagen der SRG sind verschifft worden und mittlerweile in China angekommen.

Bild: PD

Ich gehöre nun zur 125-köpfigen SRG-Crew, die aus der Schweiz nach Peking reist, um im Auftrag des IOC die Bild- und Tonsignale der alpinen Skirennen zu produzieren und die besten Bilder in die Welt zu senden. Die ersten Personen sind bereits am 17. Januar nach Peking gereist. Sie holten am Hafen die vier Lastwagen ab, die im Dezember in Barcelona verschifft worden sind und nun ins Skigebiet von Yanqing gefahren wurden.

Grosser administrativer Aufwand

Vor der Abreise musste ich sehr viele Dokumente und Daten erfassen, damit ich in China einreisen kann. Die ganze Geschichte um die Covid-Pandemie ist für den Organisator nicht einfach und trotzdem möchte er die Olympischen Spiele durchführen. Ich musste in einer App während der letzten zwei Wochen jeden Tag Fieber messen und jeweils meine Gesundheitsdaten erfassen.

Weiter gehörten in dieser Woche zwei PCR-Tests dazu sowie eine vollständige Impfung. Sämtliche Dokumente und Formulare mussten über die App eingereicht werden. Auch während der Winterspiele werden wir jeden Tag auf Covid getestet. Ich freue mich nun auf eine spannende Zeit an den Olympischen Winterspielen in China.