downhill
Zum Training fährt er mit den Kollegen ins Bündnerland: Nun wurde der Lichtensteiger Loris Schäpper Schweizer Meister

Schon während der Fahrt habe er gespürt, dass es eine gute Zeit wird, sagt Loris Schäpper. Von seinem Sieg an der Schweizer Meisterschaft in St.Luc erhofft er sich auch, dass die eine oder andere Tür aufgeht. Denn ohne Team müssen Downhill-Fahrer viel selber organisieren.

Pablo Rohner
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Loris Schäpper während seiner Siegfahrt in St.Luc im Kanton Wallis.

Loris Schäpper während seiner Siegfahrt in St.Luc im Kanton Wallis.

Bild: PD

Ein grosser Spass. Danach sieht aus, was der Mountainbike-Downhill-Fahrer Loris Schäpper aus Lichtensteig so auf der Video-Plattform Tiktok postet. Sprünge vor Tannenwipfeln und Abfahrten über Wurzeln, garniert mit Smileys, untermalt von knallenden Rhythmen.

Doch was, zeitgemäss inszeniert, so leicht daherkommt, ist auch Training. Training, das nun goldene Früchte trägt. In St.Luc im Wallis wurde Loris Schäpper am Sonntag U17-Schweizer-Meister im Downhill. «Schon cool» habe es sich angefühlt, als der letzte Fahrer im Ziel war, sagt Schäpper am Telefon in der Mittagspause. Der bald 16-Jährige macht eine Lehre bei einer Bank im Toggenburg.

Nach der Siegerehrung fünf Stunden Heimfahrt

Dass es möglich sein würde, unter die besten fünf zu kommen, damit habe er gerechnet, sagt Loris Schäpper. Während der Fahrt habe er gespürt, «dass es richtig gut läuft». Weil er als Viertletzter ins Rennen ging, habe er im Zielraum nicht lange auf die Entscheidung warten müssen.

Nachdem sein Sieg feststand, hätten er und seine Kollegen sich noch das Rennen der Elite angeschaut. Manche der Fahrer kenne er, Basil Weber und Lino Lehmann etwa. Mit ihnen schaue er manchmal auch die Strecken an. Vor dem Rennen am Sonntag habe er zwei Tage auf der Strecke trainieren können und gemerkt, «dass mir die Strecke liegt».

Angestossen hätten sie schon noch, nach der Siegerehrung sei aber nicht mehr viel Zeit geblieben. Fünf Stunden dauerte die Rückfahrt ins Toggenburg im Auto seines Vaters, der ihn an das Rennen begleitete.

Fehlende Strukturen im Toggenburg

Ähnlich wie der Tag, an dem er Schweizer Meister wurde, laufen Loris Schäppers Trainingstage ab. Er schildert ein typisches Wochenende: «Meistens fahre ich am Samstag mit ein paar Kollegen nach Chur oder Lenzerheide. Dort fahren wir dann den ganzen Tag.» Am Abend gehe es wieder nach Hause. Und am Sonntag manchmal nochmals rauf.

Training, Ausrüstung, Anfahrt zu Rennen: Nachwuchsfahrer im Downhill sind ziemlich auf sich allein gestellt – vor allem, wenn sie nicht einem Team angehören. Anders als etwa im Berner Oberland, in Graubünden oder im Wallis gibt es im Toggenburg weder Downhillstrecken noch Teams. Wenn er in der Region unterwegs sei, dann auf den regulären Wanderwegen, sagt Loris Schäpper. «Das ist aber auch gutes Training.»

Erfolge wie der Sieg bei einer Schweizer Meisterschaft können auch Türöffner sein, um in ein Team aufgenommen zu werden oder für Sponsoringverträge. «Das wäre schon etwas», sagt Loris Schäpper, der bis jetzt von zwei kleineren Sponsoren unterstützt wird. Ab nächstem Frühling fährt er Rennen in der Kategorie U19. Dann wird er auch wieder mit Kollegen ins Bündnerland fahren. Zum Spass und zum Training.