Bike-WM
«Ich war vor dem Rennen sehr motiviert, weil mich allein schon die Selektion gefreut hat»: Die Wattwilerin Ramona Forchini nach ihrem WM-Sieg im Teamwettkampf

Die 28-jährige Ramona Forchini gehörte am Mittwoch zu jenem Sextett, das an der Bike-WM in Frankreich in der Teamwertung die Goldmedaille holte. Für die Wattwilerin war es bereits der dritte Weltmeistertitel ihrer Karriere.

Beat Lanzendorfer
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«Trotz angeschlagener Gesundheit sorgte Ramona Forchini (Mitte) dafür, dass die Schweiz das erste Mal seit 2019 Gold im Teamwettkampf holte.»

«Trotz angeschlagener Gesundheit sorgte Ramona Forchini (Mitte) dafür, dass die Schweiz das erste Mal seit 2019 Gold im Teamwettkampf holte.»

Bild: PD

Die Enttäuschung über Platz 30 an der Bike-EM vier Tage zuvor hat der Freude Platz gemacht. Die Wattwiler Bikerin Ramona Forchini gehörte am Mittwoch dem Schweizer Sextett an, das im französischen Les Gets in der Teamwertung den Weltmeistertitel gewann.

Einen Tag später zeigt sie sich am Telefon überglücklich und erzählt, wie sie ihren Beitrag zu WM-Gold beisteuerte: «Ich war vor dem Rennen sehr motiviert, weil mich allein schon die Selektion gefreut hat.» Dass sie von Swiss Cycling für das Rennen nominiert wurde, führt sie darauf zurück, dass sie dafür bekannt sei, auf einer Runde Vollgas geben zu können. Genau dies ist ihr gelungen.

Nino Schurter rettet sich mit Plattfuss ins Ziel

«Ich ging in unserem Team als Dritte auf die Strecke und habe auf dem sechsten Platz übernommen. Obwohl nicht alles reibungslos lief, konnte ich als Vierte übergeben.» So musste die Toggenburgerin einmal vom Bike, weil eine Fahrerin vor ihr ausrutschte und Forchini keine Möglichkeit hatte, ihr auszuweichen.

Team-Weltmeisterin Ramona Forchini.

Team-Weltmeisterin Ramona Forchini.

Bild: Beat Lanzendorfer

Beeindruckt ist sie von der Leistung ihrer jungen Teammitglieder, aber auch von Routinier Nino Schurter. «Er hat sich auf seiner Runde in der letzten Abfahrt einen Platten eingehandelt und konnte sich gerade noch ins Ziel retten.» Der Stolz, zu jenem Team zu gehören, das erstmals seit 2019 für die Schweiz wieder Gold im Teamwettkampf holt, ist Ramona Forchini deutlich anzumerken.

Drittes WM-Gold der Karriere

Weil die 28-Jährige in den letzten Wochen nicht zu 100 Prozent fit war und sich vor der EM in München noch eine lästige Erkältung einhandelte, verzichtet sie am Freitag auf das Shorttrack-Rennen. «Ich erhole mich noch relativ schlecht, weil ich noch nicht ganz gesund bin, deshalb muss ich mir Sorge tragen.» Beim Cross-Country-Rennen am Sonntag möchte sie aber nochmals voll angreifen.

Die Goldmedaille in der Teamwertung ist mittlerweile die dritte Goldmedaille für die Wattwilerin an Weltmeisterschaften. Mit Gold in der Kategorie U23 hat sie 2015 ihre Karriere so richtig lanciert. Fünf Jahre später stand sie in der Türkei bei der WM im Bike-Marathon zuoberst auf dem Podest.