Thurgauer SVP: «Schmuseton im Schwabenkrieg»

Die Einsprache der Städte Konstanz, Singen und Radolfzell gegen das Wigoltinger Outlet-Center hat den Thurgauer Grossen Rat erreicht.

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Die Einsprache der Städte Konstanz, Singen und Radolfzell gegen das Wigoltinger Outlet-Center hat den Thurgauer Grossen Rat erreicht. Hanspeter Gantenbein (SVP, Wuppenau) hat die Regierung ins Visier genommen: «Die Beantwortung ist für mich in einem typischen diplomatischen schweizerischen Schmuseton abgefasst.» Man solle den Anfängen wehren, damit die Deutschen mit den Thurgauern nicht «Indianerlis» spielen.

Regierung will nicht «bellen»

Parteikollege Hermann Lei, Frauenfeld, sieht sich bereits in einem neuen Schwabenkrieg. Die Stadt Konstanz betreibe einen «Miniwirtschaftskrieg». Und deshalb sei die Antwort des Regierungsrates doch etwas «schmusig». Wenn ein Appenzeller Hund bellend angerannt komme, dann könne man nicht sagen, das regeln wir jetzt im Dialog. «Dann wirst du gebissen.» Also fordert er den Regierungsrat auf, zurückzubellen.

Der, vertreten durch Baudirektor Jakob Stark, sagte, man werde nicht zurückbellen, um nicht unter das Hundegesetz zu fallen.

Ernsthafte Gespräche

Hintergrund der Debatte ist die Antwort des Regierungsrates auf eine Interpellation zum Outlet-Center. Darin schreibt die Regierung juristisch nüchtern, dass die Einsprachen der deutschen Städte nicht zulässig seien, weil sie zu weit vom Standort entfernt sind. Stark wies aber auch darauf hin, dass es im Bodenseeraum regionale Raumplanung gebe.

Auch habe der Regierungsrat mit einer Delegation des Regierungspräsidiums Freiburg (D) gesprochen, und zwar in Frauenfeld. Man lege sehr wohl seinen Standpunkt dar, suche aber stets den Dialog. (bor)